Der Egelner Imker Peter Graf ist ein Königsmacher. In seinen Bienenstöcken züchtet er Bienenköniginnen, die er an andere Imker schickt. Dabei überlässt er nichts dem Zufall.

Egeln l Die Königin ist das wichtigste Insekt des Bienenvolkes. Die ganze Arbeitsteilung der Honigbienen ist auf die Chefin ausgerichtet. Unermüdlich fliegen die Honigbienen bei schönem Wetter aus, um den Nektar von den Blüten zu sammeln. In den Waben legen die Bienen große Vorräte mit der süßen Flüssigkeit an, um den Nachwuchs aufzuziehen und das Volk zu ernähren.

Im Bienenstock kümmern sich wiederum andere Honigbienen unermüdlich um die Aufzucht der Brut. In dem scheinbaren Durcheinander der kleinen Insekten gibt es eine große Ordnung, sagt der Egelner Imker Peter Graf.

Er hat sich in den vergangenen Jahren auf die Zucht von Bienenköniginnen spezialisiert. Nur mit einem Trick lassen sich die Königinnen ziehen. In der Natur, erzählt Peter Graf, ziehen die Bienen eine neue Königin auf, wenn die alte gestorben ist. Diesen Umstand macht er sich zunutze. Er trennt einen Teil des Bienenvolks von der Königin, beschreibt er.

Nach einigen Stunden haben die Insekten realisiert, dass sie keine Chefin mehr haben, flachst er. Dann beginne die Nachzucht einer Königin. Aus jeder Larve kann dabei eine Königin werden, wissen die Imker. Entscheidend für die Entwicklung ist die Nahrung. Nur die Larven, die in der Kinderzeit Gelee Royal bekommen haben, wachsen zur Königin heran, schildert er.

Wie die Bienen aus dem Nektar die Königsnahrung machen, ist vor allem interessant. Spezielle Hormone und Inhaltsstoffe sorgen dafür, dass aus der kleinen Bienenlarve eine Königin wird.

In der Natur würde sich die Königin nach dem Schlüpfen bald aus dem Bienenstock bewegen. Mit den Drohnen würde sie sich dabei paaren. Mindestens mit sieben Drohnen, so die aktuelle Forschung, paare sich die Königin, beschreibt Peter Graf.

Die Züchter überlassen hier nichts dem Zufall. Heute werden die Bienenköniginnen künstlich befruchtet, beschreibt er weiter. Unter dem Mikroskop und unter Betäubung erhalten die Königinnen den Samen. Dabei geht es vor allem darum, friedfertige Völker zu züchten, meint er. Peter Graf hat sich auf die Canica-Bienen spezialisiert. Die Tiere seien friedfertig und gute Sammler. Diese Eigenschaften schätzt der Imker. "Ich hatte auch schon Völker, die viel aggressiver waren", erinnert er sich.

An andere Imker verschickt er seine Königinnen. Mit einem Teil eines anderen Volkes beginnt der Aufbau des neuen Bienenvolkes, schildert er. Am Anfang kommen die Insekten noch mit wenig Platz aus. Nach einigen Wochen wächst die Bevölkerung aber rasant an. Bis zu 70 000 Bienen kann ein Bienenstock zählen. Dafür muss die Königin aber mehr als 1000 Eier am Tag legen. Lange hält sie das nicht durch. Nach drei bis vier Jahren stirbt auch eine Bienenkönigin. Dann beginnen die Bienen mit der Aufzucht einer neuen Anführerin aus den Larven.

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