Unkraut und hereingewachsene Äste entfernten am Wochenende Mitglieder des Vereins Nebenbahn Staßfurt-Egeln e.V. Damit beginnen schon die ersten Vorbereitungen für das vierte Bahnhofsfest, das am zweiten Maiwochenende in Egeln stattfindet. Weitere Arbeitseinsätze sollen in den kommenden Wochen folgen.

Egeln/Etgersleben. Am vergangenen Wochenende hieß es auf der Nebenbahnstrecke Staßfurt-Egeln: auf zum Freischnitt. Bei minus vier Grad und starkem Nebel machten sich zwölf Vereinsmitglieder des Nebenbahn Staßfurt-Egeln e.V. (NbSE) und der Streckenbetreiber Mirko Mokry von der Ascherslebener Verkehrsgesellschaft mbH mit schwerem Gerät und einem Arbeitszug in Richtung Bahnhof Etgersleben und Westeregeln auf, um die zum Teil sehr stark zugewachsene Strecke wieder frei zu schneiden.

"Überall auf der Strecke ragen Bäume und Äste in das Lichtraumprofil der Züge. Dies stellt besonders bei Personenverkehr auf der Strecke eine immense Gefährdung für Mitreisende dar", erklärt Mirko Mokry. Aber auch beim Rangierbetrieb auf der Strecke seien diese Bewucherungen für Maschinen und Personal gefährlich.

Erhalt der Nebenbahnromantik

Der Beschnitt schadet der Beschaulichkeit der schönen Nebenbahn nicht. Der Verein hat es sich schließlich auch zur Aufgabe gemacht, die Nebenbahnromantik auf der Strecke zu erhalten. Zum kommenden vierten Egelner Bahnhofsfest ist auch der Pendelverkehr bis zum Bahnhof Etgersleben geplant. Vorraussetzung dafür sei aber auch, dass die Strecke frei befahrbar ist. "Wir wollen unseren Gästen, die teilweise extra aus weiten Teilen Deutschlands zu unseren Veranstaltungen anreisen, möglichst viel ¿Eisenbahn pur‘ bieten können, und sind bestrebt, die Nebenbahnstrecke in einem guten Zustand zu halten. Und wo es nicht mehr der Fall ist, muss diese wieder in einen solchen versetzt werden", so der zweite Vorsitzende des Vereins NbSE e.V., Mirko Mokry.

Kaum ist der Arbeitszug in Etgersleben angekommen, springen schon die ersten Mitglieder von den Wagen. Sie greifen sich Werkzeuge. Von Handsägen über Kettensägen bis hin zu Spitzhacken wird alles genutzt, um dem Unkraut zu Leibe zu rücken. Zehn Minuten später treffen noch weitere Helfer mit schwerem Gerät in Etgersleben ein. Zwei mobile Schienenbagger reißen unaufhörlich rechts und links der Gleise mit ihren großen Schaufeln das Unkraut und die Bewucherung heraus.

"Geplant ist heute, den Freischnitt bis zum Bahnhof Westeregeln zu schaffen, und an weiteren Wochenenden in Richtung Bahnhof Egeln weiter zu machen, bis alles wieder in einem vernünftigen Zustand ist", gibt Mirko Mokry bekannt.

Natürlich darf man im Angesicht der niedrigen Temperaturen und der schweren körperlichen Arbeit auch mal ein Päuschen einlegen. Und so gibt es für die Vereinsmitglieder heiße Bockwurst und Kaffee auf freier Strecke. Eben Eisenbahnromantik pur.

"Wer uns unterstützen möchte, ist herzlich willkommen. Wir sind immer auf der Suche nach neuen Vereinsmitgliedern. Dazu muss man auch nicht unbedingt Eisenbahner sein. Weiterhin sind wir für unser viertes Egelner Bahnhofsfest noch auf der Suche nach weiteren Gastausstellern, Händlern und helfenden Händen", wirbt Mirko Mokry für den Verein Nebenbahn Staßfurt-Egeln. Wer Interesse an dieser Vereinsarbeit hat, kann sich bei Mathias Bunk unter der Telefonnummer (01 74) 5 33 52 99, in der Druckerei Lohmann in Egeln oder auf der Internetseite melden.

www.nbse-verein.de

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