In der kommenden Woche wird die Zukunft der Stadt Hecklingen Thema sein. Anlass dazu gibt eine Beratung des Ortschaftsrates in Cochstedt. Er wird über eine geplante Bürgerbefragung reden. Dabei geht es um die Frage, ob Cochstedt bei Hecklingen bleiben soll oder eine Eingemeindung des Ortes nach Aschersleben besser wäre.

Hecklingen/Cochstedt l Zehn Jahre nach Gründung der Einheitsgemeinde könnte die Zukunft der Stadt Hecklingen auf den Prüfstand kommen. In Coch-stedt will der Ortschaftsrat am kommenden Mittwoch (18 Uhr, Rathaus) darüber reden, wie er zu einer Bürgerbefragung steht.

Soll Cochstedt bei Hecklingen bleiben oder nach Aschersleben gehen? Eine Antwort darauf, erhofft sich Ortsbürgermeister Wolfgang Weißbart (Die Linke) jetzt von den Einwohnern. Dabei ist die Haltung des wiedergewählten Ortschefs klar.

"Egal, wie das Ergebnis ausfällt, wir akzeptieren es."

Bereits Anfang des Jahres hatte er gegenüber der Volksstimme in einem Interview Stellung bezogen. Weißbart machte deutlich, dass sich die Mehrheit der Cochstedter seiner Ansicht nach mehr zu Aschersleben als zu Hecklingen hingezogen fühlt. Die Bürgerbefragung ist seiner Ansicht nach zum Amtsantritt des neuen Ortschaftsrates nötig, um Klarheit zu schaffen. "Egal, wie das Ergebnis ausfällt, wir akzeptieren es", sagte der Coch-stedter jetzt. Er weiß, dass der Ortschaftsrat die Entscheidung zur Bürgerbefragung nicht allein treffen kann.

Darauf verwies auch Hecklingens Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche (CDU). Der Rathauschef erklärte, dass der Stadtrat in jedem Fall anzuhöhren ist. Denn die Cochstedt-Frage betreffe alle Bürger der Stadt. Kosche ist derzeit dabei, zu klären, wie sich die Situation rechtlich verhält und ob eine Loslösung eines Ortes aus der Einheitsgemeinde überhaupt möglich ist. Diese Frage hat er an die Kommunalaufsicht der Landkreisverwaltung weiter gereicht. Eine Antwort steht derzeit aus. "Das ist ein schwieriges Feld", ist sich der Bürgermeister sicher. Fest steht für ihn auch, den Hakelort zu halten. "Mein Wunsch ist es, dass wir hier zusammen bleiben", stellte der Kommunalpolitiker im Gespräch mehrfach heraus. Welche Nachteile würde ein Weggangs Cochstedts für die Bürger nach sich ziehen? Darauf angesprochen, brachte Kosche als Beispiel das vor zwei Jahren neu gegründete Grundschulzentrum in Groß Börnecke an.

Hier lernen rund 120 Kinder aus Schneidlingen, Groß Börnecke und Cochstedt. Möglicherweise müssten die Schüler des Hakleortes mit einer Trennung nach Aschersleben wechseln, erklärte Stadtchef eine Konsequenz.

Auf die finanzielle Notlage der Stadt eingehend, sagte Kosche: "Wenn ein Ortsteil woanders hingeht, wird die Situation auch nicht besser." Denn der millionenschwere Fehlbetrag müsste anteilig mit übernommen werden.

"Mein Wunsch ist es, dass wir hier zusammen bleiben"

Doch zurück zur rechtlichen Situation. Ist ein Weggang Cochstedts aus der Einheitsgemeinde überhaupt möglich. Eine Antwort dazu konnte die Kommunalaufsicht der Landkreisverwaltung auch auf Anfrage der Volksstimme noch nicht geben. Aus der Pressestelle hieß es, dass noch eine Klärung mit dem Landesverwaltungsamt herbeigeführt werden muss. "Der Vorgang ist in Bearbeitung."