Die Bauarbeiten am Rothenförder Wehr liegen besser im Zeitplan als gedacht. Seit Mitte Juni ist eine sächsische Spezialtiefbaufirma an der Bode und versucht das Wasser im Zaum zu halten, was nicht immer einfach ist.

Rothenförde l Was für enorme Kräfte Wasser entwickeln kann, haben die vier Bauarbeiter, die seit Ende Juni am Rothenförder Wehr sind, zu spüren bekommen. Vor kurzem haben sie bei reißendem Strom einen Fangedamm in die Bode gesetzt. "Das war ein ganz schöner Kraftakt", sagt Bauleiter Ralf Standfest von der Steinle Bau GmbH. Den Fangedamm, der das Wasser in einen Umfluter leiten soll, haben die Tiefbauspezialisten mit einem sogenannten Mäkler gebaut, ein Tiefbaugerät, das bis zu zehn Meter lange Spundwände in die Erde rammen kann.

Der Fangedamm liegt, in Flussrichtung, kurz vor dem Wehr und soll mit einer weiteren Spundwand hinter dem Wehr demnächst das komplette Bodewasser von der historischen Anlage fernhalten. Nur wenn der Pegelstand zu hoch ist, läuft das Wasser darüber hinweg und die Bauarbeiter müssen dort eine Baupause einlegen. "Nächste Woche setzen wir die zweite Spundwand, dann pumpen wir das Wasser aus dem abgetrennten Bereich heraus und legen ihn trocken", erklärt Ralf Standfest. Danach können die Arbeiten am Wehr an sich beginnen.

Auch wenn der Pegelstand nicht immer passt und die Firma erst Mitte Juni angefangen hat, liegt sie schon jetzt sehr gut im Zeitplan. "Wenn es so weiter geht, werden wir schon früher fertig als geplant", sagt Ralf Standfest.

Die Sanierung des historischen Wehrs wird über 1,5 Millionen Euro kosten und wurde vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) in Auftrag gegeben. Ziel ist es, dass das Wehr unter Beachtung der Denkmalpflege wieder voll einsatzfähig wird, nachdem es 2009 wegen Einsturzgefahr außer Betrieb genommen werden musste. Die Säulenfundamente waren nicht mehr tragfähig.

Ziel der Sanierung ist auch, das historische Aussehen des Wehrs originalgetreu zu erhalten. Daher haben die Bauarbeiter im Juni erst einmal den Stahloberbau mit den Tafeln abgenommen, um ihn demnächst mit Sandstrahlen wieder hübsch zu machen.

Vor rund zwei Wochen ist der Umfluter entstanden, der die Bode jetzt um das Wehr herumführt. "Dieser wird später zu einer Fischaufstiegsanlage umgebaut", so Ralf Standfest. Die Fischtreppe war eine Forderung der Europäischen Union, die die Sanierung zu 75 Prozent mit Fördergeldern finanziert, während je 12,5 Prozent Bund und Land bezahlen.

Wenn der Bereich um das Wehr herum trocken gelegt ist, werden dessen Pfeiler und Fundamente überprüft. Nach jetzigem Stand soll Beton in die Säulen gespritzt werden, in denen mit er Zeit Hohlräume entstanden sind. Damit werden die Säulen verstärkt und wieder tragfähig gemacht.

Der Radweg aus Richtung Unseburg wird während der Bauzeit über eine kleine Umleitung um die Baustelle herumgeführt. Wehr und Baustelle werden durch ein Alarmsystem überwacht.

Die Firma kommt übrigens aus Oschatz in Sachsen. Deswegen haben sich die Jungs auch den Spaß gemacht, eine sächsische Fahne ganz oben auf den Mäkler zu setzen.

Der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Hermann Onko Aikens, lädt alle interessierten Bürger zu einem Besichtigungstermin am Dienstag, 2. September, ab 16.30 Uhr, zum Rothenförder Wehr ein.

   

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