Geschafft aber glücklich können die sechs Jungen und sechs Mädchen, die am Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr Güsten teilnahmen, auf acht Einsätze innerhalb 24 Stunden zurückblicken.

Güsten l Dass es kein Zuckerlecken werden würde, davon hatten die zwölf Nachwuchsretter schon gehört. Doch wie ein 24-Stunden-Dienst bei der Berufsfeuerwehr aussehen könnte, erlebten sie erst hautnah bei insgesamt acht Einsätzen. Von der Ölspur über Tierrettung bis hin zu einer Personenbefreiung aus einem Unfallwrack und Brandbekämpfungen hatten der Leiter der Jugendwehr Marcus Glaß und weitere aktive Kameraden der Güstener Wehr ein hartes Programm für einen Tag und eine Nacht vorbereitet.

Mit der Beseitigung einer Ölspur im Güstener Gewerbegebiet und der Rettung eines (Plüsch-)Tigers vom Baum im Bürgerhausgarten fing der Freitag an. Eher unspektakulär, vom Einsatz der Drehleiter mal abgesehen. Kaum hatten die Zehn- bis 16-Jährigen aber das Mittagessen eingenommen und es sich auf ihren Pritschen im Mehrzwecksaal bequem gemacht, hieß es erneut: Ausrücken! Es galt, eine Person nach einem Pkw-Unfall aus dem Wrack zu befreien. Der Einsatz an dem grünen Audi - im ehemaligen Bahnbetriebswerk auf dem Dach liegend - bedeutete schon eine größere körperliche wie mentale Herausforderung für die künftigen Retter. Schließlich wurde da eine Menschenrettung simuliert. Manch einer geriet an seine Leistungsgrenzen. Natürlich achten die Begleiter der aktiven Wehr darauf, und insbesondere auf die Sicherheit ihrer Schützlinge.

Nach erfolgreicher Befreiung der Puppe konnte Einsatzleiter Ronny Wenig der Truppe attestieren: "Dafür, dass es ihre erste Personenrettungsübung war, sind wir sehr zufrieden. Sie hatten alle Schritte drauf wie die Großen. Es ging auch alles recht zügig." Vom Einsatz mit Schneider und Spreizer bis zur Rettung vergingen gerademal acht Minuten. Positiv angetan auch der Jugendwart: "Sie haben gezeigt, dass die Ausbildung bisher was gebracht hat. Sonst überwiegt eigentlich der Spaß. Aber hier wurde es heute schon etwas ernsthafter." Marcus Glaß hebt zudem die sehr gute Disziplin hervor. Es folgen noch Brandbekämpfungen am Abend und nach Mitternacht. Der Einsatz zwischen zwei und vier Uhr schlauchte dann doch.

Ziemlich geschafft waren die zwölf Kämpfer am Sonnabendvormittag nach insgesamt acht Einsätzen. Er sei etwas müde, "aber es war gut", erklärte der zehnjährige Justin, nach seinem Befinden gefragt. Justine (15) neben ihm gähnt: "Es war super, aber zu wenig Schlaf." Für die 15-Jährige steht übrigens fest, dass sie im nächsten Jahr ihren Grundlehrgang beginnt. Wie ihre Freundin Laura, die schon fast dabei ist mit ihren 16 Jahren.

Solche Entscheidungen hören freiwillige Feuerwehren gern. Und auch die Güstener Jugendwehr braucht Verstärkung. "Die Konkurrenz mit Vereinen ist groß", meint Ronny Wenig. Aber mit so einem Tag hofft er, kann die Feuerwehr Kinder und Jugendliche begeistern. Der nächste Einsatz steht übrigens dieses Wochenende bevor - mit dem Florianlauf und Programm zum Tag der offenen Tür.

Nächste Dienstabende: Jugendwehr: 4. September; Kinderfeuerwehr, 11. September, jeweils 16 bis 18 Uhr.

   

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