Der Schweizer Gesundheitsdienstleister Ameos wird seinen Verwaltungssitz für das Land Sachsen-Anhalt nicht nach Staßfurt verlegen, wie das Firmenvertreter damals für überlegenswert erachtet hatten. Die Entscheidung ist inzwischen für Aschersleben gefallen.

Staßfurt l Nach der Übernahme der Salzlandkliniken im April 2012 durch Ameos gab es Überlegungen, die Verwaltung für alle vier Standorte in Staßfurt zu konzentrieren. "Das prüfen wir sehr wohlwollend", kommentierte der damalige Integrationsmanager des Unternehmens, Kai Firneisen, im Mai 2012 einen Vorschlag von FDP-Kreischef Johann Hauser.

Letzterer hatte in einer Sitzung der Klinik-Arbeitsgruppe der Stadt Staßfurt, die sich der Rettung des vom Landkreis geschlossenen Krankenhaus-Standortes Staßfurt verschrieben hatte, gesagt: "Ich freue mich, dass die Auftaktveranstaltung für den Ameos-Regionalbeirat am 10. Mai in Staßfurt stattfindet. Es wäre das i-Tüpfelchen, wenn Staßfurt aufgrund der zentralen Lage im Salzlandkreis in Zukunft eine besondere Rolle bei Ameos spielen würde."

Inzwischen ist die Entscheidung gefallen.

Durch die Übernahme der Ameos-Kliniken Aschersleben, Bernburg, Schönebeck und Staßfurt im Jahr 2012 stieg der Gesundheitsdienstleister zum größten Krankenhausträger in Sachen-Anhalt auf.

"Nach reiflichen Überlegungen haben wir uns dafür entschieden, die Regionalverwaltung räumlich auf das Gelände des Ameos-Klinikums Aschersleben zu legen."

Damals begannen die Überlegungen, die Verwaltungsbereiche der Region Ameos Sachsen-Anhalt in einer Regionalverwaltung an einem der Standorte zu bündeln, sagte der Ameos-Regionalgeschäftsführer Sachsen-Anhalt, Kai Svoboda.

"Nach reiflichen Überlegungen haben wir uns dafür entschieden, die Regionalverwaltung räumlich auf das Gelände des Ameos-Klinikums Aschersleben zu legen. Gründe, die dafür ausschlaggebend waren, sind die baulichen Voraussetzungen sowie die räumliche Anbindung an die anderen Ameos-Einrichtungen in Halberstadt, Haldensleben, Schönebeck, Bernburg und Staßfurt", fügte er hinzu.

Am Standort Staßfurt seien die Kapazitäten begrenzt, das heißt es seien keine umfangreichen Büroräume vorhanden, sondern eher medizinisch nutzbare Räumlichkeiten, die man mittlerweile auch wieder überwiegend in Betrieb genommen habe.

Svoboda: "Vor zwei Monaten wurde die Regionalisierung endgültig vollzogen, so dass sich die Verwaltungsbereiche aller Einrichtungen der Ameos-Region Sachsen-Anhalt nun am Standort Aschersleben befinden."

Diese Entscheidung bedauerte Staßfurts Oberbürgermeister René Zok (parteilos) gestern nicht. Für ihn ist viel wichtiger, dass das Krankenhaus in der Bodestadt wieder eröffnet wurde und Schritt für Schritt weiter aufgebaut wird. Wichtiger sei ihm eine gut ausgelastete Klinik mit einem umfangreichen Leistungsspektrum.

Mit Sorge treibe ihn allerdings um, dass sich damit eventuell wieder alles auf Aschersleben konzentriert.

Das will Zok in der nächsten Sitzung des Regionalbeirates, in dem Vertreter des öffentlichen Lebens des Salzlandkreises Ameos beraten, ansprechen, kündigte er im Volksstimme-Gespräch an.

Johann Hauser, der FDP-Fraktionschef des Stadtrates, der in diesem Gremium ebenfalls Sitz und Stimme hat, sagte: "Es ist nichts in Stein gemeißelt. Für mich ist das nicht so hochdramatisch, dass sich Ameos für Aschersleben entschieden hat. Deswegen geht für mich die Welt nicht unter. Da würde ich keine Panikstimmung aufkommen lassen. So viele Leute sind das nicht in der Verwaltung. Wichtiger ist für mich die langfristige Sicherheit des vollbesetzten Staßfurter Krankenhauses mit Pflegekräften und Ärzteschaft. Daran habe ich keine Zweifel."

Auch Hauser will sich in der nächsten Sitzung des Regionalbeirates zu Wort melden. Er will dort die Probleme mit der Notfallversorgung in Staßfurt zur Sprache bringen und sich über die von Ameos am Standort Staßfurt geplante Erweiterung informieren lassen.

Eine Konzentration der Verwaltung der Kreiskliniken Aschersleben-Staßfurt hatte der damalige Kreistag mit dem Fusionskonzept zur Zusammenlegung beider Häuser zu einer Gesellschaft im Jahr 1997 beschlossen. Damals sollte es eine faire Aufteilung der medizinischen Fachrichtungen einschließlich der Verwaltung geben. Doch das Fusionskonzept wurde für den Standort Staßfurt schnell zu einem reinen Abbaukonzept.