Im August zeigten sich kaum noch Besucher im Egelner Waldbad. Das Wetter war zu schlecht für den Spaß im Wasser. Am Wochenende endet die Freibadsaison.

Egeln l "Heute habe ich das ganze Becken für mich allein", freut sich Edith Ackermann. Gestern Vormittag besuchte sie wie an vielen anderen Tagen das Waldbad. Regelmäßig schwimmt sie eine Stunde im großen Becken. Egal bei welchem Wetter. Jetzt aber, die Witterung sei schuld, würde sie immer häufiger allein sein. sagt Edith Ackermann.

Einen Eindruck, den Schwimmmeister Sven Bolte teilt. Er hätte sich eigentlich den ganzen August freinehmen können. Denn die Zahl der Badegäste in den vergangenen Wochen sei wirklich sehr überschaubar gewesen. "Den ganzen August waren keine Leute mehr da", schildert er. Lediglich die regelmäßigen Dauergäste, die morgens einige Runden im großen Becken drehen und auch bei schlechterem Wetter nicht auf ihren morgendlichen Sport verzichten wollen.

Im Juli, so der Schwimmmeister, gab es noch ein anderes Bild. Bis an die Kapazitätsgrenze war das Waldbad an einigen heißen Wochenenden besucht. Vor allem die Schüler suchten regelmäßig Abkühlung im klaren Wasser.

Doch im Waldbad stehen die Zeichen auf Saisonschluss. Mit dem sinkenden Sonnenstand werden die Schatten auf dem Gelände größer. Die Papeln rund um die Freiluftbecken verlieren langsam ihr Laub. Mit dem Sauger kommt Sven Bolte kaum noch nach, die Blätter aus dem Wasser zu fischen. Diese Pflichtaufgabe ist bei weitem nicht so reizvoll, wie der wachsame Blick über Badegäste. Sven Bolte überlegt deshalb laut, ob man nicht die Öffnungszeiten früher im Jahr ansetzen sollte. In diesem Jahr hat er wieder beobachtet, dass die Saison unter freiem Himmel eigentlich früh startete. "Erst ist es noch sehr kühl und innerhalb von einer Woche haben wir dann Hochsommer."

Zwar benötige er Vorbereitungszeit. Denn vor dem Füllen der Becken erhalten die immer einen frischen Anstrich. Dazu müsse es absolut trocken sein, betont er. Doch das sei alles eine Frage der Organisation. Wenn es im Mai schon sehr heiß werde, könnte das Waldbad schon geöffnet haben, meint er. Das bleiben aber Gedankenspiele für die kommende Saison. Die jetzige neigt sich dem Ende zu. Am Wochenende hat das Waldbad die letzten Tage für das Jahr 2014 geöffnet. Anschließend gibt es für Sven Bolte noch viel zu tun. So muss der Spielplatz repariert werden. Erst vor kurzem besuchte ein Fachmann für die Spielgeräte das Waldbad. Einigen Nachbesserungsbedarf gab es anschließend. Einen Fallschutz musste der Schwimmmeister an der Rutsche installieren. Sonst kamen die Spieleinrichtungen aber durch die strenge Prüfung, berichtet Sven Bolte. Das Volleyballfeld hat zudem ein Fangnetz für die Bälle erhalten. Nur ein Wunsch blieb bislang unerfüllt. Ein Sprungturm wünscht sich der Schwimmmeister schon seit Jahren für das Waldbad. Die Beckentiefe reicht für ein Drei-Meter-Brett auf jeden Fall aus. Vor allem würde ein Sprungturm das Waldbad noch attraktiver für die Kinder und Jugendlichen in der Region machen. "Wir haben eine Rutsche für die Kinder. Aber für die Jugendlichen gibt es keine richtige Attraktion", meint der Schwimmmeister. Bislang scheiterte das Projekt an der Finanzierung. Mehrere tausend Euro dürfte ein Sprungturm kosten, schätzt er. Die Verbandsgemeinde als Träger des Waldbades hat das Thema noch nicht aufgegriffen. Im diesjährigen Jahresetat für das Waldbad ist jedenfalls keine Investition für ein Sprungturm vorgesehen. Aber vielleicht klappt es im nächsten Jahr, meint Sven Bolte.