Immer mehr Hochzeitspaare wollen ihren Bund für das Leben auf der Egelner Wasserburg schließen. Doch die Termine dafür sind begrenzt. Jetzt hat das Standesamt der Verbandsgemeinde die Daten für das nächste Jahr veröffentlicht.

Egeln l Am Hochzeitstag muss alles perfekt sein. Neben dem Wetter spielt für viele Paare vor allem eine Rolle, wo der Bund für das Leben geschlossen wird. Die Trauzimmer in den Rathäusern sind dabei nicht mehr die erste Wahl. Auf der Suche nach außergewöhnlichen Orten für die Trauung entscheiden sich viele Paare immer öfter für exklusive Orte, wie beispielsweise eine alte Burg.

Längst haben sich die Standesämter in den Kommunen auf die Wünsche eingestellt. Auch wenn Deutschland noch konservativ ist, was die Ortsbestimmung für das Ja-Wort angeht. Denn nur dort können die Standesbeamten den Lebensbund schließen, wo dies zuvor auch genehmigt wurde. In anderen Staaten herrscht dagegen eine viel laxere Praxis.

Dennoch bemühen sich die Standesämter um mehr Möglichkeiten bei der Wahl des Trauungsortes. In der Egelner Mulde bietet sich vor allem die Wasserburg als Ort für den Lebensbund an. Unter freiem Himmel versprachen sich Anfang des Monats gleich sechs Paare die Ehe. Der Termin wurde vom Standesamt zentral vergeben.

Für die Standesbeamten der kleinen Verbandsgemeindeverwaltung bedeutet die Trauung auf der Wasserburg jedes Mal einen etwas größeren Aufwand, weiß Standesbeamtin Isabell Schmidt. Denn im Burghof müssen Tische und Stühle getragen und eine Dekoration angebracht werden.

Mit der Fertigstellung der neuen Freilichtbühne in diesem Jahr hatte Hauptamtsleiterin Dagmar Witzke schon die Idee, künftig dort die Trauungen durchzuführen.

Denn die Freilichtbühne eigne sich ihrer Meinung nach dafür ideal. Das oben offene Gebäude sei abschließbar, so dass die Mitarbeiter die Vorbereitungen zeitunabhängig durchführen könnten, schwärmte sie schon.

Dennoch haben die Standesbeamten davon zunächst Abstand genommen, heißt es aus dem Rathaus. Die Idee sei zwar nicht gänzlich verworfen. Das Gebäude eigne sich als Austragungsort bestimmt für eine Themenhochzeit, heißt es aus dem Rathaus. Doch dafür sei eine noch längere Vorbereitungszeit nötig. Im kommenden Jahr soll es dennoch beim Burghof als Trauungsort bleiben.

Vielleicht werden Hochzeitsplaner auf den Bodeort aufmerksam. Mit professioneller Hilfe ließe sich die Freilichtbühne gut umdekorieren. Nicht selten kommen professionelle Planer inzwischen zum Einsatz, um den schönsten Tag im Leben reibungslos zu organisieren.

An fünf Tagen bietet das Standesamt der Verbandsgemeinde im kommenden Jahr die Möglichkeit, die Wasserburg als Ort der Trauung zu wählen. "Die Nachfrage nach den Terminen für 2015 ist schon groß", bestätigte Isabell Schmidt. Deswegen haben sich die Standesbeamten bereits jetzt auf die Daten für das kommende Jahr verständigt, damit die Paare sich schon jetzt anmelden können.

Auf die Wasserburg als Trauungsort kamen die Standesbeamten 1997 zufällig. Als in diesem Jahr das Rathaus renoviert wurde, musste ein Ausweichquartier gefunden werden.

Im Foyer des Burgmuseums wurden die Beamten fündig. Die Hochzeitspaare fanden das Ausweichquartier viel ansprechender, als das eigentliche Trauzimmer in der Verwaltung. Die Nachfrage nach Trauungen auf der Wasserburg stieg anschließend sprunghaft an. Heute heiraten nur noch ganze fünf Prozent der Paare im eigentlichen Trauzimmer des Rathauses, sagt Isabell Schmidt.

Zum Halbjahr hatten bereits 31 Paare den Bund für das Leben in Egeln geschlossen. Weitere 22 Trauungen erwarten die Standesbeamten noch in diesem Jahr. Nach den jahrelangen Erfahrungen dürften es am Jahresende noch einige mehr sein, schätzt Isabell Schmidt ein.

Die Möglichkeiten auf der Egelner Wasserburg haben sich längst in der Region herumgesprochen. Die Paare kommen inzwischen aus Oschersleben, Magdeburg, Schönebeck und saus der Egelner Mulde, teilt das Standesamt mit. Nach der Statistik des Standesamtes steigt die Zahl der Trauungen leicht an in der Kleinstadt. Registrierte die Behörde 2004 im ersten Halbjahr noch 17 Hochzeiten, waren es im ersten Halbjahr 2013 bereits 23 Trauungen. Und die Nachfrage, so erzählen es Mitarbeiter aus der Verwaltung, reiße nicht ab.

Mit den Trauungen auf der Wasserburg kurbele die Kleinstadt ebenso den Tourismus an. Viele der Gäste erleben die kleine Burg zum ersten Mal. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass zumindest die Hochzeitsgäste aus der näheren Umgebung sich später wiederholt nach Egeln auf den Weg machen und vielleicht eine der vielen Veranstaltungen auf der Burg besuchen.

Unermüdlich ist dafür unter anderem Burgherr Uwe Lachmuth im Einsatz. Mehrmals im Jahr wird das Gelände bei großen Veranstaltungen zum Leben erweckt. Dann lohnt der Weg auch von weiter her in die Kleinstadt, freuen sich die Egelner über jeden Besucher bei den Veranstaltungen auf der historischen Burg.