Schnelle und zielstrebige Vierbeiner konnten die 350 Zuschauer beim 5. Neundorfer Hunderennen erleben. Sie schossen durch Nebelwolken, rannten sogar Bahnrekord. Höchsten Unterhaltungswert garantierten allerdings jene - zumeist Starter kleinerer Rassen - die nicht schnurstracks zu Herrchen oder Frauchen eilten, sondern bei Leckerlis auf der Rennstrecke hängen blieben.

Neundorf l Pepe ist der Schnellste vom kleinen Jubiläumsrennen. Erwartungsgemäß kommt der Mischling aus dem Starterfeld der "Maxi-Hunde". Pepe ist mit seiner Risthöhe von 83 Zentimetern sogar der größte aller 53 Teilnehmer. Und noch ein Superlativ kann Sabine Seyfahrth vom gastgebenden Hundesportverein in die Renn-Chronik aufnehmen: Der vierbeinige Freund von Nadine Riemann aus Neundorf lief die 70-Meter-Strecke in 5,986 Sekunden - Bahnrekord aller bisherigen Rennen!

Mit David Gängels Mira holte sich ein Magyar Viszla aus Magdeburg den Siegerpokal in der Klasse der mittelgroßen Starter (40 bis 60 Zentimeter Schulterhöhe).

Und bei den Minis (bis 40 Zentimeter) wiederholte die Mischlingshündin Frieda von Ulf Bachmann aus Hecklingen ihren Sieg von 2012.

Die 70 Meter so schnell wie möglich zu absolvieren, war nur eine Seite des Rennens. Diese Aufgabe schafften übrigens auch nicht alle im ersten Anlauf - wie "Verweigerin" Paris. Die französische Bulldogge übersprang die Bande, stolzierte an den Zuschauern vorbei und ließ sich feiern. Herrchen Jens Schumann aus Hecklingen nahm`s gelassen, "gehorchte" seiner vierbeinigen Freundin und begleitete sie schließlich beim zweiten Versuch über die Rennstrecke.

"Wir sehen das alles locker. Natürlich ist sportlicher Ehrgeiz dabei, aber es soll in erster Linie allen Spaß machen, Hunden, Haltern wie auch Zuschauern", erklärt Vereinsvorsitzender Paul Rössing.

Dafür sorgten er und seine gerade einmal elf Mitstreiter schließlich noch mehr bei den folgenden Läufen. Da ging es nämlich nicht nur um Schnelligkeit, sondern vor allem darum, wie sich die Vierbeiner ablenken lassen.

"Hunde sind korrupt", singt Ina Müller. Und hier in Neundorf fand das ordentlich Bestätigung. Blieben auf der Bahn verteilte Spielzeuge wie Bälle oder ausgediente Plüschtiere weitgehend unbeachtet, brachten Leckerlis (Würstchen, Pansen...) die Vierbeiner dann doch häufig von ihrer eigentlichen Aufgabe ab, nämlich auf kürzestem Wege zu Herrchen/Frauchen zu finden. Der Puggle Barney aus Staßfurt verlor beim Fressen 40 Sekunden, erreichte in der Midi-Klasse den 17. Platz. Oder Labrador Chayenne aus Unseburg: 60 Sekunden ließ er sich Zeit beim Fressen und wurde Vorletzter. Belohnt wurden alle. Die Ersten mit Pokalen, alle mit einer Urkunde, Fleischwurst und Sachpreisen für den Hund, die ausgesucht werden konnten: Spielzeug, Leinen, Halsbänder, Fellbürsten... Der größte (Pepe) und der kleinste Hund (Yorkshire-Terrier Max mit 22 Zentimetern) wurden extra prämiert.

Für die Statistik vielleicht noch: Die teilnehmenden Rassen waren Altdeutscher Schäferhund, Tervueren, Weimaraner, Rhodesian Ridgeback, Louisiana Catahoula Leopard Dog, Deutscher Schäferhund, Galgo, Mix, Collie, Parson Russel Terrier, Jack Russel Terrier, Scheltie, Chihuahua, Mops, Französiche Bulldogge, Yorkshire Terrier, Foxterrier, Beagle, Australien Shepherd, Labrador, Puggle, Magyar Vizsla, Border Collie, Laekenois, Entlebucher Sennenhund, Pittbull Terrier, Tibet Terrier. Sie kamen aus: Klein Rodensleben, Oschersleben, Staßfurt, Schönebeck, Güsten, Halberstadt, Bernburg, Plötzky, Neundorf, Hecklingen, Tarthun, Ilberstedt, Magdeburg, Borne, Hohenerxleben, Wolmirstedt, Biere, Egeln, Calbe, Unseburg, Gerwisch, Aschersleben, Eickendorf.

   

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