Der DDR-Schlagerstar Jörg Hindemith ist am 6. September im Salzlandtheater Stargast der Staßfurter Extraausgabe. Was er mit Staßfurt verbindet, verriet der Thüringer im Interview mit Volksstimme-Redakteur René Kiel:

Volkstimme: Womit wollen Sie das Publikum an diesem Abend erfreuen?

Jörg Hindemith: Seit der "Wende", die für mich tatsächlich ein Neuanfang im besten Sinne war, habe ich jede Menge Songs geschrieben, getextet und produziert. Klar werden auch "Bitte, bitte Hanni" und "Heut` kommt Marie zurück", mit dem ich schließlich ein internationales Song-Festival gewonnen habe, zu hören sein.

Aber auch neue und noch nicht bekannte, vor allem gar lustige Lieder wird es voll auf die geneigten "Staßfurter Ohren" geben.

Sie sind nicht zum ersten Mal in Staßfurt. Was verbinden Sie mit dieser Stadt?

Mal davon abgesehen, dass ich mit meiner Show bis 1990 mehrfach in Staßfurt gastiert habe, gibt es noch eine viel tiefere Verbindung. Vor meinem Musik-Studium in Weimar habe ich meinen Abschluss als Bergbauingenieur gemacht, war in mehreren Kalischächten und habe somit zu Staßfurt, der Wiege des Kalibergbaus, eine besondere Beziehung.

Übrigens war mein Vater einer der Chefprojektanten der "ostdeutschen" Kali-Industrie.

Wie ist das Staßfurter Publikum?

Davon werde ich mich am 6. September im Salzlandtheater mit großer Freude überraschen lassen!

Sehen Sie die Bezeichnung, der Shakin Stevens des Ostens, als Kompliment oder als Fluch an?

Was besseres hätte mir damals nicht passieren können. Der Ausdruck "Zonen-Shakey" war aber gebräuchlicher. Als ich das mal beim damaligen DDR-Rundfunk in Weimar gesagt hatte, haben sie mich gleich in die Chefetage bestellt. Das stand dann natürlich auch ausführlich in meiner Stasi-Akte.....

Haben Sie vor Ihren Auftritten mit großem Publikum heute noch Lampenfieber?

Selbst nach so langer Zeit im Geschäft kann ich das nicht abstellen. Warum auch? Es bewahrt vor schlechter Routine. Ist auch schnurz, ob es "kleines" oder "großes" Publikum ist. Und nicht ganz unwichtig: Publikum, bei dem man fast auf dem Schoß sitzt, sieht viel schneller die kleinen Fehler, die man macht.

Auf welche künstlerische Leistung sind Sie besonders stolz?

Auf den Sieg bei einem internationalen Songfestival (...nicht nur Lena und Nicole...), aber vor allem auf meine Hymne, die ich für die Biathlon-Weltmeisterschaft in der Oberhofer Arena geschrieben und mit einem Sinfonieorchester eingespielt habe. Und als Sahnehäubchen obendrauf hat man mir das Buch und die Produktion der Eröffnungsshow anvertraut.

Wann können Ihre treuen Fans Sie wieder im Fernsehen, Radio oder live erleben?

Ist schnell beantwortet: Da mein neues Album noch nicht veröffentlicht ist, kann es mit Fernsehauftritten noch etwas dauern. Was das Radio anbelangt, da sollte man bayerische Sender hören. Die spielen meine Musik. Für Live-Auftritte auch mit meinem "Salopp Orchester" sollte man einfach auf meiner Internetseite checken, aber vielleicht sind wir ja bald mal wieder in Staßfurt, gelle?