Der erste Tag eines neuen Schuljahres bringt immer viel Neues. Gravierende neue Eindrücke gab es an der Ganztagssekundarschule Am Tierpark Staßfurt, die am Donnerstag nach einem zwei Jahre währenden Umbau von den 280 Schülern wieder in Besitz genommen wurde. An der Löderburger Grundschule wurde unterdessen eine neue Leiterin begrüßt.

Staßfurt/Löderburg l "Die alte Schule war grau und alt eben." Es ist der erste Tag nach den langen Ferien. Wie von Alexandra aus der 10/2 der Sekundarschule Am Tierpark sind die Beschreibungen für ihre völlig umgestaltete Lernumgebung alle noch nicht sehr ausschweifend. Aber prägnant. In maximal zwei Worten kommen von Schülerinnen der 8a Vergleiche zu ihrem alten Schulgebäude wie: "Neuer" (von Anna), "Schöner" (Selina), "Mehr Farben" (Sabrina) und "Mehr Platz" (Xenia).

"Die alte Schule war grau und alt eben."

Die fünften und sechsten Klassen haben keinen Vergleich mehr. Der 4,3-Millionen-Euro-Umbau dauerte zwei Jahre. Sie sind dennoch nicht weniger begeistert. Auch die Lehrer schwärmen, wie Angela Stumph, die ihre 5a durch das Haus führt. "Diesen Raum gab es vorher überhaupt nicht", erklärt die Klassenlehrerin in der Aula - ein riesiger Raum, der einem Ballsaal gleicht und von großen Fensterfronten gerahmt ist. Auch Martina aus der 10a gefällt die Aula am besten, dann die neuen Klassenräume und Farben. Ihr Klassenkamerad Steven hebt die Ausstattung der neuen Fachräume hervor.

Alles ist so großzügig gestaltet, vom Eingangsbereich bis zum Lehrerzimmer. "Da kann man sich schonmal noch verlaufen", gibt Bio- und Chemielehrerin Ute Eckardt zu. "Aber es gefällt uns natürlich allen sehr." Schulleiter Uwe Oswald ergänzt am ersten Schultag mit glänzenden Augen: "Wir sind sehr positiv angetan, von Anfang an hat alles geklappt. Auch dank der Firmen und aller Lehrer, die bis zur letzten Minute werkelten und einräumten." Vergessen sind die Ausweichquartiere in Staßfurt-Nord.

"Das Schlimmste dort war für die Organisation des schulischen Alltags die räumliche Trennung", blickt Oswald zurück, findet aber Dankesworte an die Förderschule, die sich in den zwei Jahren sehr kooperativ gezeigt habe, denn immerhin lernten fünf Klassen zusätzlich in deren Gebäude.

Vergessen auch die "Zustände" in der ehemaligen Berufsschule, wo man sich irgendwann darauf eingestellt hatte, in welchem Raum zum Beispiel der Wasserhahn funktionierte und in welchem nicht. Dann wurden die Schüler und Lehrer zweimal mit eigentlich geplanten Umzugsterminen vertröstet...

Geblieben sind die Konzepte und die Lehrerschaft

Geschichte. "Für die jetzigen Möglichkeiten haben wir das in Kauf genommen", so der Schulleiter, der als besondere Errungenschaften die Räumlichkeiten hervorhebt, die für die Umsetzung des Ganztagsschulkonzepts nun vorhanden sind wie Schülercafé, Tanzraum, Tischtennis- und Kickerraum, Kreativraum, Fitnessraum. Oswald nennt auch die neuen technischen Ausstattungen, die Computerräume, die Sonnenschutzanlage: "Auch wenn das den Schülern weniger hitzefrei bringen wird." Die Anlage auf der Südseite des Plattenbaus sei sehr wichtig gewesen.

Und was ist von der alten Schule geblieben? "Konzepte wie das der Ganztagsschule, Schule des gemeinsamen Lernens und Miteinanders. Auch bleiben wir eine ,Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage`." Oswald zählt neben der Lehrerschaft außerdem den Schwerpunkt der Berufsorientierung auf und, dass die Inklusion eine große Rolle spiele. Die 25 Schüler mit Behinderungen finden jetzt zum Beispiel Barrierefreiheit vor, Fahrstuhl und Rampen.

Am 11. und 12. September soll das neue Haus groß gefeiert werden. Am 17. Januar 2015 kann zum Tag der offenen Tür die Öffentlichkeit einen Blick hinter die Kulissen werfen. Zum Start des neuen Schuljahres erhielt Hilka Waschk von Schulrat Volker Kullak ihre Ernennungsurkunde als neue Leiterin der Grundschule Löderburg. "Damit wissen wir, dass es weiter geht in Löderburg", sagte Kullak. Er wünschte ihr sowie den Lehrern und 70 Schülern viel Erfolg.

Hilka Waschk, die über 30 Jahre lang Leiterin der im Juli geschlossenen Grundschule Neundorf war, stellte sich den Schülern vor und machte ihnen Mut: "Wenn man ehrlich und fair ist, kann man alle Probleme im Interesse der Schüler lösen." Sie rief die Kinder auf, eifrig Altpapier zu sammeln. Die besten Sammler sollen einen Pokal bekommen.

   

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