Die neue Staßfurt-Show, die erste Staßfurter Extraausgabe, mit der Sonnabendnachmittag die neue Theatersaison eröffnet wurde, war ein voller Erfolg. Da waren sich Organisatoren und Publikum am Ende einig.

Staßfurt l Deshalb versprach der Moderator René Warkus am Ende der Show, dass man diese Veranstaltung als feste Größe in den Theaterspielplan jedes Mal zum Beginn der neuen Saison aufnehmen werde.

Die Mischung, heimische Künstler sowie Prominente oder Stars und Sternchen, die man aus dem Fernsehgerät made in Staßfurt kennt, gemeinsam zu präsentieren, kam beim Publikum sehr gut an.

Besonders interessant waren auch die Gespräche, die René Warkus mit seinen Gästen auf dem blauen Sofa führte. Dem ehemaligen Fliegerkosmonauten und einzigen Staßfurter Ehrenbürger, Eberhard Köllner, hat das Interview so gut gefallen, dass er René Warkus spontan das Du anbot. Köllner, der am 29. September 1939 in Staßfurt geboren wurde, wäre 1978 beinahe an Stelle von Siegmund Jähn in den Weltraum geflogen. Aber Jähn, mit dem er noch heute befreundet ist und mit dem er sich noch mehrmals im Jahr trifft, hatte einfach das bessere Gleichgewichtssystem, räumte Köllner ohne Wehmut ein. Siegmund Jähn habe eine Stunde lang auf einem drehenden Stuhl sitzen können, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

Auf dem Sofa erzählte der heute in der 18 000-Einwohner-Gemeinde Neuenhagen bei Berlin wohnende Senior, dass er damals auf dem Gelände der Drahtwerke im Athenslebener Weg gewohnt hatte und die Goetheschule besuchte. Nach der Schlosserlehre in Staßfurt sei er dann schon relativ früh zum Schwermaschinenbau nach Magdeburg gewechselt. Später machte er seine große Leidenschaft, das Fliegen, bei der Nationalen Volksarmee der DDR zum Beruf.

Dass er nicht öfter nach Staßfurt kommt, begründete Köllner, der mit seiner Ehefrau in das Theater gekommen war, auch mit den damit verbundenen Kosten. "Darüber können wir reden", rief ihm daraufhin Oberbürgermeister René Zok (parteilos) zu. Er hatte Köllner schon mehrmals vergeblich als Ehrengast zu den Staßfurter Neujahrsempfängen eingeladen.

Erstaunliches förderte auch die Tochter der DDR-Showlegende Heinz Quermann, Petra Quermann, im Gespräch mit dem Xylophonvirtuosen Bernd René Warkus zutage. Ausgebildet vom sehr strengen Großvater Max Marzony in Staßfurt debütierte er im Dezember 1960 als Kinderstar. Der heute in Meißen lebende, gelernte Automechaniker profilierte sich seitdem in mehr als 15 000 Live-Veranstaltungen auf vier Kontinenten, Show`s und zahlreichen Fernsehsendungen zum Weltstar.

"Heinz Quermann habe ich unheimlich viel zu verdanken", sagte Warkus, der in diesem Jahr auf eine 100-jährige Familientradition des Xylophonspielens zurückblicken kann. Der Künstler freut sich deshalb sehr darüber, dass auch sein Sohn René Interesse an diesem ungewöhnlichen Musikinstrument gefunden hat. Beide zusammen, so demonstrierten sie dem Staßfurter Publikum eindrucksvoll, sind sie unschlagbar.

Ein Wiedersehen gab es am Sonnabendnachmittag auch mit der DDR-Schlagersängerin Ina Maria Federowski. Zur Freude ihrer Fans hatte sie auch ihre alten Hits, wie zum Beispiel "Gegensätze zieh`n sich an", mitgebracht, mit denen sie damals den Durchbruch geschafft hatte.

Genauso quirlig, wie ihn die meisten in Erinnerung hatten, präsentierte sich Jörg Hindemith auf der Bühne des Salzlandtheaters. Der Shakin Stevens des Ostens, wie der Sänger damals genannt wurde, stellte in Staßfurt Neukompositionen über den Vorruhestand und den Reichtum vor, trällerte dann aber auch noch seinen Ohrwurm "Bitte bitte Hanni". Ihm gefiel es in der Salzstadt so gut, dass er hier auch mit seinem Orchester auftreten möchte.

Der ehemalige Frontsänger der Band "Tänzchentee", Trompeti, überraschte das Publikum nicht nur mit einer fantastischen Stimme, sondern mit seinen humorvollen Einlagen. Für Staunen sorgten die Marghonas mit ihrem Weltoriginal der fliegenden Wagenräder.

   

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