Egelner Mulde l Am Mittwochabend beim Verbandsgemeinderat hatte Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr noch geflachst, dass das Bürgerbüro des Landkreises womöglich doch nicht am Montag öffnen werde. Zuletzt habe er die wochenlange Schließung aus der Zeitung zur Kenntnis nehmen dürfen. Auch nach dem Wechsel auf dem Stuhl des Landrates hat sich an der Informationspolitik der Kreisbehörde noch nicht viel geändert. Still und heimlich habe der Kreis die Hinweiszettel am Egelner Bürgerbüro nach den Worten Stöhrs in diesen Tagen ausgetauscht. Die Schließung werde um drei weitere Wochen verlängert, erfährt der Bürger. Erst nach dem 3. Oktober soll das Büro wieder öffnen.

"Ich habe dem Landrat einen Protestbrief geschrieben", teilte Michael Stöhr gestern mit. Denn die Einwohner machten zunehmend die Verbandsgemeinde für die Schließung des Kreisbüros verantwortlich. Ärgerlich, so berichtete es ihm kürzlich eine Bürgerin, dass der Landkreis auf seiner eigenen Internetseite die Schließung kaum sichtbar vermerke. Sie habe sich extra im Internet erkundigt und sei dann nach Egeln aufgebrochen, um dann vor einem verschlossenen Büro zu stehen, klagte die Bürgerin. Von der Schließung habe sie nichts gelesen, beteuerte sie.

Stöhr fordert vom Landkreis, das Büro schnellstens für die Bürger wieder zu öffnen. Außerdem bot er dem Kreis an, Verwaltungsaufgaben mit zu übernehmen. Im Rahmen einer Vereinbarung könne dies geschehen, schlägt er vor. Der Bürger in Egeln habe einen Anspruch darauf, eine funktionierende Verwaltung in seiner Nähe zu erreichen, wie der Bürger in Bernburg, begründet der Verbandsgemeindebürgermeister seine Forderung an den Landkreis.