Atzendorf l Neun evangelische Christen feierten am Sonntag in der Atzendorfer Kirche ihre Goldene Konfirmation, die Wiederholung ihres Glaubensbekenntnisses nach 50 Jahren. Der ehemalige Pfarrer Michael Macha des Ortes, der gern noch in der Gemeinde aushilft, nahm die Feierlichkeit mit einem gemeinsamen Einzug in die Kirche und einem Gottesdienst vor, während Mitglieder der Kirchengemeinde assistierten.

Pfarrer Michael Macha ging in seiner Ansprache auf den Begriff "Jubelkonfirmation", der für manchen beim ersten Hören seltsam klingen mag, ein. "Wer jubelt schon? Über all die Gebrechen, die sich einstellen? Über den Realismus, der vielleicht dem Optimismus gewichen ist?", begann er. Die Konfirmation, die die Goldenen Konfirmanden vor 50 Jahren erlebten, sei letztendlich der Schritt in das eigene Leben mit eigenen Zielen und der Loslösung der Bande, die ans Elternhaus fesselten, gewesen, erinnerte der Pfarrer. "Der Ruf des Lebens, der Freiheit, der Liebe und der Selbstständigkeit - das war der Ruf, dem man sich willig öffnete und dem man folgte", kommentierte er die Zeit der Jugend und des Aufbruchs.

Hier kam das Gleichnis vom Verlorenen Sohn ins Spiel, welcher in seiner "Sturm-und-Drang-Zeit" den väterlichen Hof verlässt, aber in der Fremde nichts findet als Verlorenheit und den Mangel an Geborgenheit und schließlich heimkehrt, zu seinem Vater, hier sinnbildlich für Gott stehend.

"Wir haben alle einen solchen Vater, ein solches Zuhause, eine solche Zuflucht", sagte Michael Macha in Bezug auf den Glauben, aber auch die eigene Familie und die Heimat. Und darüber könne man auch im hohen Alter noch jubeln - "über die Menschen, die sich über unser Dasein freuen, die uns ganz einfach lieb haben. Liegt unser Glück nicht in den geöffneten Armen derer, die uns umarmen?".

Und so gab der Pfarrer den Goldenen Konfirmanden mit auf den Weg: "Holen Sie Gott in Ihr Bewusstsein zurück. Verlebendigen Sie Ihre Beziehung zu ihm und gehen Sie dann getrost und zuversichtlich der Zukunft entgegen. Erleben sie das Ende des Gleichnisses für sich selbst: Und sie fingen an fröhlich zu sein."