Staßfurt (fri) Die Diskussion darüber, dass die Stadt die Grundschule Nord für ein Förderprogramm zur Sanierung anmelden will, wollte der Stadtrat nicht in eine Diskussion um die Zukunft der Schulen ausarten lassen. Die Stadträte gaben ein klares Votum dafür ab, Förderbedarf für diese Schule anzumelden und die Schulbezirke entsprechend zu ändern.Beschlossen hat der Rat, "für alle nachhaltig bestandsfähigen Grundschulen den Bedarf für die zweite Förderperiode des Programms Stark III anzumelden. Zur Sicherung der nachhaltigen Bestandssicherheit der Grundschule Nord sind Schulbezirke zu verändern". Des Weiteren stimmten die Stadträte einer Ergänzung der Fraktion Die Linke zu, nach der die Stadtverwaltung prüfen sollen, ob es weitere Fördermittelprogramme für die Sanierung und den behindertengerechten Umbau für alle anderen Grundschulen gibt. Einen weiteren Vorschlag der Linken, alle Schulbezirke der Kernstadt zu verändern, lehnte der Stadtrat knapp ab.Das Thema hatte zuvor für Diskussionen gesorgt. Einige Eltern befürchteten das Ende der Löderburger, aber auch der Goethe-Schule, falls sich der Stadtrat für die Beantragung von Stark III für Nord entscheidet und die Schulbezirke so ändert, dass Kinder aus Löderburg und der Goethe-Schule "abgezogen" werden. Stadträte und Vertreter der Stadt machten aber mehrfach deutlich, dass es sich jetzt erst einmal nur um die Entscheidung handelt, welche Schule für Stark III angemeldet werden soll. Für diese Bedarfsanmeldung - da ist der Schritt vor dem Förderantrag - muss die Stadt demnächst angeben, welche Schulen infrage kommen. Dabei muss die Stadt Mindestschülerzahlen beachten: 80 Schüler muss die Schule, die die Fördermittel braucht, im Jahr 2029/2030 haben. Daher kommt nach den jetzigen Kriterien die Löderburger Schule nicht infrage. Für die Uhland-Schule wurden bereits Mittel beantragt. Die Goethe-Schule verfügt nicht über den Platz bei einer Zusammenlegung von Schulen genug Schüler zu fassen. Daher sieht die Stadt in der Grundschule Nord die Zukunft. "Der Kulturausschuss hat sich dazu entschieden, Nord zu erhalten", erklärte Oberbürgermeister René Zok (parteilos) noch einmal. "Nord ist nur teilweise saniert. Fassade, Dach und die energetische Sanierung müssen noch folgen."Oliver Rimasch, der für den Stadtelternrat sprach, machte deutlich, dass die Elternvertretung schweren Herzens dem Vorschlag der Stadt, der auch die Schwächung anderer Schulen zugunsten der Grundschule Nord bedeute, zustimme. "Der Preis für die Sanierung von Nord wird es wohl sein, dass perspektivisch nur noch die Uhland-Schule und die Grundschule Nord bleiben."

Die Mehrzahl der Stadträte machten deutlich, dass es jetzt nicht um Schulentwicklung gehe, sondern darum, Mittel für energetische Sanierung zu bekommen. Bedarfe würden angemeldet. Wer etwas bekomme, entscheide das Land letzten Endes. Mehr dazu am Sonnabend in der Volksstimme und im E-Paper.