In der Egelner Außenstelle des Staßfurter Gymnasiums dürfen die unteren Klassen den jahrzehntelang ungenutzten Turnraum im Haus nutzen. Das Thema beschäftigte bereits den Verbandsgemeinderat.

Egeln l Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr kann sich noch lebhaft an seinen Sportunterricht am Egelner Gymnasium erinnern. In dem hauseigenen Sportraum ertüchtigten sich vor Jahrzehnten die Schüler. In der warmen Jahreszeit ging es auf eine nahe gelegene Wiese zur Leichtathletik.

Gut 25 Jahre nach dem Mauerfall und erheblichen Investitionen der Stadt in eine neue Sporthalle sowie einem Sportplatz, kehrt das jüngst zur Außenstelle degradierte Egelner Gymnasium zu seinen alten Wurzeln zurück. Die hauseigene Sporthalle, in den zurückliegenden Jahren vor allem als Abstellraum genutzt, dient wieder der körperlichen Ertüchtigung.

Auf der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates beschäftigten sich die Volksvertreter mit dem Fall. Unverständnis äußerten die Verbandsgemeinderäte darüber, dass ein Teil der Schüler der gymnasialen Außenstelle die moderne Waldsporthalle nicht mehr nutze. Offenbar, so die offen geäußerte Vermutung, solle der Standort Egeln weiter geschwächt werden. Ins Bild passe dies, kommentierte Manfred Püchel (SPD), der auch im Kreistag ein Mandat besitzt.

Beschwerden über den Sportunterricht habe es bislang nicht gegeben, sagen Schulleiter Steffen Schmidt sowie der Standortleiter für Egeln, Paul Thüne. Die Klassen der Stufen 7,8 und 9 haben ihren Sportunterricht in der hauseigenen Halle. Anstatt einer Doppelstunde sei der Sportunterricht auf zwei Einzelstunden verteilt. Pädagogisch sei dies besser, versichert der Schulleiter. Die elften und zwölften Klassen haben allerdings weiterhin Doppelstunden und besuchen die in einiger Entfernung liegende Waldsporthalle. Außerdem seien die Klassen, die in der hauseigenen Turnhalle Sport machen, sehr klein, betont der Schulleiter. Mit dem Landkreis als Schulträger sei dies ebenso abgestimmt, bestätigt die Pressestelle des Landkreises. Auch dort sind der Fachbehörde keine Beschwerden von Eltern bekannt, versichert Kreissprecher Timmi Mansfeld.

"Die benötigten Sportgeräte wurden von den Fachlehrern in Egeln benannt. Entsprechende Umsetzungen und Beschaffungen wurden und werden in Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Bildung und Kultur des Salzlandkreises vorbereitet. Ebenso sind keine Einschränkungen zur Nutzung der Sporthalle bekannt; die Sporthalle entspricht den baulichen Anforderungen", teilt der Pressesprecher mit.

Dass die Sporthalle den baulichen Anforderungen genügt, verwundert im Egelner Rathaus sehr. Im Jahr 2003 freuten sich die Egelner über die Fertigstellung der Waldsporthalle. Mit Landesförderung konnte die Kleinstadt die neue Sportstätte einst errichten, erinnert Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr. "Ein Grund für die Bewilligung des Neubaus war seinerzeit der Zustand der Sporthalle im Gymnasium Egeln", sagte er. Die baulichen Bedingungen seien so schlecht, schrieben die Egelner damals in den Fördermittelantrag, dass der fachgerechte Unterricht im Gymnasium in Gefahr sei. Über den Dienstweg sei der Antrag dann über den Landkreis an das Ministerium gegangen, schildert Stöhr. "Es ist schon verwunderlich, wenn die Sporthalle ohne eine Investition in den zurückliegenden Jahren plötzlich wieder für einen fachgerechten Sportunterricht nutzbar sei", staunt er.