Weil dem Groß Börnecker Jugendclub ein fester Betreuer fehlt, musste er in den zurückliegenden Wochen geschlossen bleiben. Jetzt hat die Einrichtung montags wieder geöffnet. Jugendliche freuen sich zwar darüber, würden aber gern wieder jeden Tag in den Räumen ihre gemeinsame Freizeit verbringen.

Groß Börnecke l Seitdem Julian Hamann 14 Jahre ist, kommt er fast täglich zum Treffpunkt auf das Gelände der Domäne in Groß Börnecke. Der Jugendclubbesuch nach der Schule gehört für ihn und seine Freunde aus dem Ort zur Freizeit dazu. Dass die Räume derzeit nahezu die ganze Woche über verschlossen bleiben, findet der 17-Jährige schade.

Gerade jetzt, da die kalte Jahreszeit vor der Tür stehe, sei es wichtig, dass der Club wieder offen hat, findet Julian Hamann.

Hintergrund ist, dass der Club in den zurückliegenden Wochen geschlossen bleiben musste, weil der Stadt Hecklingen das Personal für die Betreuung fehlt.

Das Problem war auch Thema auf einer zurückliegenden Stadtratssitzung im August. Damals informierte Hecklingens Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche (CDU), dass die Stadt dabei sei, eine Betreuung über eine Beschäftigungsmaßnahme des Jobcenters in die Wege zu leiten. Allerdings findet ein Termin mit der Leiterin des Jobcenters erst im Oktober statt.

Die Mitglieder des Stadtrates machten in vielen Wortmeldungen deutlich, dass sie daran sehr interessiert sind, eine langfristige Betreuung für die Einrichtung zu finden. Der Rathauschef informierte zudem, dass Gespräche mit der Klusstiftung im benachbarten Schneidlingen laufen. Entsprechende Vorschläge stufte Kosche als sehr vielversprechend ein, wollte damals aber noch nicht konkret werden.

Eine Nachfrage beim Geschäftsführer der Klusstiftung in Schneidlingen, wo Menschen mit geistiger Behinderung leben und lernen, ergab gestern, dass es ihm unheimlich wichtig ist, etwas für die jungen Leute zu tun, egal ob sie mit Handicap leben oder nicht behindert sind. Er sprach von "sozialraumorientierten Überlegungen für ein Quartiersmanagement." Was heißt das für den Jugendclub in Groß Börnecke? Horst Koth dazu: "Uns ist es unheimlich wichtig, dass die Jugend hier bleibt, es geht um mehr. Es geht um Lebenshilfe, Perspektiven und eine pädagogisch wertvolle Betreuung."

Auch wenn er noch nicht konkret werden konnte: Die Jugendlichen hoffen auf eine langfristige Betreuung. Die Stadt konnte jetzt sicher stellen, dass zumindest an einem Tag in der Woche offen ist. "Immer montags ist der Club nachmittags geöffnet", freut sich Julian Hamann. Ihm und seinen Freunden ist der Club sehr wichtig.

Deshalb sorgten die Jugendlichen kürzlich vor geschlossener Tür für Ordnung und Sauberkeit auf dem Gelände. Denn dort treffen sie sich täglich, selbst wenn sie nicht ins Haus können. Der Bedarf ist groß. "Freitags sind wir bis zu 15 Leute", erzählt Julian Hamann. Deshalb hofft er, dass der Club bald wieder täglich genutzt werden kann.