Das sanfte Tal der Egelner Mulde ist für Radfahrer ein ideales Gebiet. Zahlreiche Radwege gibt es in der Verbandsgemeinde. Nur die Ausschilderung könnte noch deutlich verbessert werden.

Egelner Mulde l Die Bürger in der Egelner Mulde lassen sich für das Radfahren begeistern. Das Fahrrad-Familienfest vor Kurzem auf der Egelner Wasserburg brachte mehr als 200 Einwohner dazu, sich in Gemeinschaft auf den Sattel zu setzen. Zwei Radstrecken standen seinerzeit zur Auswahl.

Die Landschaft ist radtechnisch wenig anspruchsvoll. Sanfte Steigungen und Gefälle gibt es hier. Keine große Aufgabe für geübte und weniger geübte Radfahrer, die mit einer Kettenschaltung die Kraftübertragung auf die Kette dosieren können. Im Herbst, wo die Tage spürbar kürzer werden und das Wetter unbeständiger, steigt bei vielen die Lust auf das Radfahren. Bei vergleichsweise moderaten Temperaturen macht die Fahrt auf dem Zweirad vielen Menschen viel Spaß.

In der Egelner Mulde gibt es mit vielen ausgebauten ländlichen Wegen außerdem ein gutes Wegenetz abseits der vielbefahrenen Bundes- und Landesstraßen. In der Nachbargemeinde Hecklingen führt sogar ein Europaradweg lang. Beste Voraussetzungen, um den Nahtourismus weiter zu entwickeln. Seit Jahren boomt der Radtourismus besonders an den großen Flüssen, wie der Elbe. Die Zeiten, in denen die Bewältigung der Strecke nur durchtrainierten Zeitgenossen vorbehalten war, ist längst vorbei. Inzwischen gibt es sogar elektrisch angetriebene Räder.

Obwohl die Egelner Mulde ein gut ausgebautes Netz an ausgebauten Wegen hat, fehlt es in dem Netz noch an Wegweisern, hat Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr erkannt. "Unsere Bürger kennen sich aus", weiß er. Doch die Radtouristen, die sich die Egelner Mulde ansehen wollen, müssten mitunter nachfragen, wohin die ländlichen Wege führen. Schilder, so der Vorschlag des Verbandsgemeindebürgermeisters, könnten die Wege für Fremde besser erklären. Noch gebe es kein Konzept für eine einheitliche Radwegebeschilderung, erklärt der Verbandsgemeindebürgermeister auf Nachfrage.

Allerhand Sehenswürdigkeiten hat die Verbandsgemeinde zu bieten. In fast jedem Ort der Mitgliedsgemeinden gibt es lohnende Ziele, die mit dem Rad leicht erkundet werden können.

Stiefmütterlich behandelt werde das Radwegethema noch in der Stadt Egeln selbst, beklagen einige Einwohner. Durch die Kleinstadt führe selbst kein Radweg, meinte eine ehemalige Stadträtin jüngst. Hier hätte der Stadtrat in der nächsten Zukunft noch eine große Aufgabe, schätzte sie ein.

Dass das Interesse an den Fahrrädern durchaus vorhanden ist, musste auch Egelns Bürgermeister Reinhard Luckner beim Familien-Fahrradfest zur Kenntnis nehmen. Luckner, der nach eigenen Angaben sein Rad nach gefühlt 30 Jahren mal wieder an das Tageslicht brachte, zeigte sich erstaunt über die Resonanz.

Für viele ist der Ausflug mit dem Rad eine willkommene körperliche Anstrengung. Vielen geht es dabei nicht nur darum, ein Ziel zu erreichen. Vielmehr ist die Radfahrt das Ziel. Der Bürgermeister hat erkannt, dass die Bürger gern auf zwei Rädern unterwegs sind. Das Familien-Fahrradfest wolle er auch in Zukunft fortsetzen, sagte er. Vielleicht steigen die Nachbargemeinden mit ein und organisieren zusammen ein großes Fest und werben so für das Zweirad.

Die Bürger, so scheint es, haben längst erkannt, dass Radfahren ein toller Freizeitvertreib ist, der noch dazu sehr gesund ist.