Mit Giersleben und Pretzien beteiligen sich zwei Ortschaften am aktuellen bundesweiten Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft". Der Chef der Wettbewerbskommission des Salzlandkreises bezeichnete die Besichtigungen der Dörfer als "aufschlussreich".

Giersleben l Wirtschaftliche Entwicklungen, Handwerk und Initiativen zählen. Was hat der Ort an sozialen und kulturellen Aktivitäten zu bieten? Wie laufen Kinder- und Seniorenbetreuung? Welchen äußerlichen Eindruck machen Straßen und Plätze? Solche Fragen versuchten die jeweiligen Bürgermeister/Ortsbürgermeister und ihre Einrichtungen am Mittwoch mit sichtbaren Fakten der Kommission zu beantworten, als diese durch die Wipper-Gemeinde und den Schönebecker Ortsteil geführt wurden.

Giersleben wirbt mit der für die Zukunft des Ortes äußerst wichtigen Kita Wipperzwerge und der Grundschule Wippertal. Bürgermeister Peter Rietsch führt die Delegation zum neu gestalteten Geroplatz als Ortsmitte mit offenem Wassergraben, zur Feuerwehr und über die neuen Wipperdeiche. Der Sportplatz wird nicht ausgespart und auch nicht die Renaturierung von Feldwegen. Im Kommunikationszentrum zeigt die Tanzgruppe der "Wipperperlen", wie schwippe die Senioren hier sind. Und auch ein Abstecher in die Manufaktur/Pflegeheim gehört zum umfangreichen Programm. Ein Höhepunkt ist der Besuch der Gnadenkirche mit Deutschlands dienstältester Pfarrerin. Anita Werner ist immerhin 55 Jahre im Dienst.

Pretzien will derweil unter anderem mit viel Gewerbe, Ärzten und Physiotherapie punkten.

"Die Besichtigungen der beiden Orte waren sehr aufschlussreich. Es hat uns in Giersleben und auch in Pretzien sehr gefallen", erklärt Tilo Wechselberger als Chef der Kommission am Tag nach den Vor-Ort-Besuchen. Als Fachdienstleiter Kreis- und Wirtschaftsentwicklung bedauert er etwas, dass es nach zwölf Bewerbern 2008 und fünf vor drei Jahren nun nur zwei gibt.

Bei 105 Orten im Salzlandkreis hätten durchaus mehr als Giersleben und Pretzien Potenzial und etwas zu bieten, selbst Ortsteile. "Der Aufwand ist nicht so groß, um sich zu beteiligen, und dank der Salzlandsparkasse lockt auch eine Geldprämie", so Wechselberger. Sowohl deren Höhe, als auch den Ort, der es in den Landesausscheid schafft, will er nicht verraten.

Die Auflösung behält sich Landrat Markus Bauer für Oktober/November vor. Bis dahin darf man gespannt bleiben.

Der Giersleber Bürgermeister Peter Rietsch sieht dem Ergebnis derweil unverkrampft entgegen. Dennoch beantwortet er gern die Frage, warum denn gerade sein Ort das Rennen "um die Zukunft" machen soll: "In Giersleben, einem von Kaiser Otto I. persönlich gegründeten Dorf haben die Menschen weit mehr als 1077 Jahre bewiesen, dass dieses Dorf Zukunft hat. Hier leben viele Menschen, die nicht nur über Zukunft reden, sondern Zukunft machen, leben und voranbringen. Wer sich persönlich davon überzeugt, wird es sehen."

 

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