In Hecklingen hat eine 130-jährige Lady klanglich ab sofort noch mehr zu bieten. Gemeint ist die historische Rühlmann-Orgel in der Basilika. Nachdem ein Register an dem historischen Kircheninstrument erneuert wurde, kann es musikalisch seine volle Pracht entfalten, wenn darauf gespielt wird.

Hecklingen l Die Orgel in der Hecklinger Basilika ist das 54. Instrument, das die Werkstatt des Orgelbauers Rühlmann in Zörbig (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) verließ. Das war vor 130 Jahren. "Die Orgel wurde 1884 erbaut", kann Pfarrer Kornelius Werner mit Sicherheit sagen. Das Besondere daran: Bis heute ist das Musikinstrument weitgehend im Original erhalten geblieben. Das konnte sich der Pfarrer aus Hecklingen jetzt auch von Experten bestätigen lassen.

"Diese Rühlmann-Orgel ist vom Aufbau her an sich schon ein sehr schönes Instrument. Über Jahre wurde es ohne Trompete gespielt. Jetzt ist der Klang noch prachtvoller"

Kürzlich statteten sie der "alten Lady" einen Besuch ab. Anlass war eine abschließende Begutachtung vor der feierlichen Inbetriebnahme. Denn das seit Jahren nicht genutztes Trompete-Achtfuß-Register wurde in den vergangenen Wochen und Monaten wieder repariert. "Diese Rühlmann-Orgel ist vom Aufbau her an sich schon ein sehr schönes Instrument. Über Jahre wurde es ohne Trompete gespielt. Jetzt ist der Klang noch prachtvoller", so Eckhart Rittweger, Orgelsachverständiger der anhaltischen Landeskirche. Zu den technischen Details konnte der beauftragte Orgelbauer Reinhard Kapischke aus Bernburg unter anderem berichten, dass der Klang im erneuerten Register durch 54 Pfeifen erzeugt wird. Alles in allem zählt die Hecklinger Orgel 22 Register.

Möglich wurde die beschriebene Reparatur durch Sponsoren. Pfarrer Kornelius Werner dankte allen Unterstützern: "Das Trompete-Achtfuß-Register wurde mit Hilfe der Spenden vieler Hecklinger Unternehmen, aber auch einiger Privatpersonen in Stand gesetzt."

Das wurde am Sonntag mit einer musikalischen Andacht im Beisein vieler Gäste gefeiert. Besucher Konrad Sittig aus Egeln war begeistert: "Im Anschluss standen die Orgelbauer dem interessiertem Publikum für Fragen zu handwerklichen Details zur Verfügung, und es gab ein diszipliniertes Gedränge auf der Orgelempore. Wir sind mit nachhaltigen Impressionen an diesem Sonntagnachmittag reich beschenkt nach Hause gefahren."

 

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