Nach Beschluss des fast 6,8 Millionen Euro schweren Haushalts der Saale-Wipper-Verbandsgemeinde für das zu Ende gehende Jahr ist Verwaltungsleiter Steffen Globig sauer, dass sich der Rat gegen eine Investition von 1400 Euro für den Katas-trophenschutz entschied.

Güsten l Die fünf Mitgliedsgemeinden der Saale-Wipper tragen mit zusammen 3,87 Millionen Euro, die sie als Umlage an die Verbandsgemeinde zu zahlen haben, fast die Hälfte des Saale-Wipper-Haushalts. Der wurde jetzt für das Jahr 2014 mit 6,77 Millionen Euro beschlossen. Allein 2,22 Millionen davon seien Personalkosten, ein Großteil aber auch Investitionen, stellt Verbandsgemeinde-Bürgermeister Steffen Globig fest. "Güsten trägt an der Umlage den Löwenanteil in Höhe von rund 1,55 Millionen Euro. Das sind etwa 100 000 Euro mehr als im Vorjahr, Giersleben hat dagegen mit gerade neun Prozent den kleinsten Anteil in Höhe von rund 350 000 Euro zu zahlen." Die "dickste Steigerung" erfahre unterdessen Alsleben mit 371 000 Eur mehr und insgesamt einer Million Euro, was 28,25 Prozent der Finanzierungssumme entspreche.

"Den Gemeinden bleibt aber immer noch einiges übrig", erklärt Globig. So würden der Stadt Güsten nach Abzug der Kreis- und Verbandsgemeindeumlagen noch 1,25 Millionen Euro, also rund 30 Prozent ihrer Einnahmen zur Verfügung stehen.

"Trotzdem wurde im Verbandsgemeinderat über Kleinigkeiten gestritten", hat der Verwaltungsleiter noch immer nicht verwunden, dass Mitglieder des Verbandsgemeinderats auch die Wiederaufnahme der Kosten für eine technische Einsatzzentrale (Volksstimme berichtete) ablehnten. Dabei ging es um 1400 Euro für Schutzbekleidung, ein Laptop, ein paar Möbel und ein paar besondere Telefone, "die vielleicht mal wichtig werden, um Menschenleben zu retten", so Steffen Globig.

Umso enttäuschter seien die Antragsteller. Er und Verbandsgemeinde-Wehrleiter Gert Lehmann hätten um die Bereitstellung der Mittel gebeten. Es sei darüber gesprochen worden, und einige Räte hätten auch ein schlüssiges Konzept bemängelt. "Das wird erarbeitet", verspricht Globig. Aber jedes Konzept sei wertlos, wenn es ohne Mittel auskommen soll. Sauer stößt dem Verwaltungsleiter besonders auf, "dass hier offenbar der Sachverstand des Wehrleiters und Leiters der Kreiseinsatzleitstelle Gert Lehmann sowie der ausgebildeten Mitarbeiter der Saale-Wipper-Verwaltung einfach vom Tisch gewischt und diese Mittel von Räten versagt werden, die hier keinerlei Ahnung haben".

Von Kamerad Lehmann habe Globig erfahren müssen, dass der nun sogar seine Mitarbeit im Brandschutzausschuss in Frage stelle, weil sein Sachverstand derart ignoriert werde.

"Auch auf meinen Vorschlag hin hat der Salzlandkreis mit Mitarbeitern der Verwaltung eine Stabs-Ausbildung durchgeführt", ergänzt der Saale-Wipper-Chef. Teilgenommen hätten auch Verwaltungen Könnern oder Egeln. "Aus den Erfahrungen des letzten Hochwassers haben die Experten des Landkreises hier vor Ort den Mitarbeitern das Vorgehen im Ernstfall sehr anschaulich und praxisnah erläutert", erklärt Globig. So solle es künftig möglich sein, einen professionellen Krisenstab in der Gemeinde aufzubauen, der die Rettungskräfte unterstützt und mit den Erfahrungen des Salzlandkreises abgestimmt ist.

"Uns durchkreuzen Autobahnen, eine wichtige Bahnstrecke und Wasserstraßen. Deshalb werden wir erneut einen Antrag stellen, diese wichtigen Positionen in den Haushalt zu stellen", kündigt Globig an.