In Hecklingen gibt es viel Ärger mit der Grüngut-Annahme. Falsch entsorgte Abfälle wachsen der Stadt förmlich über den Kopf. Eigentlich darf nur zerkleinerter Garten-Schnitt in einen dafür vorgesehen Container geladen werden. Bürger kippen aber Ladungen mit ganzen Ästen auf einen Haufen davor. Das ärgert nicht nur die Stadt.

Hecklingen l Meterhoch türmen sich Gartenabfälle auf dem Platz am ehemaligen Schützenhaus. Es riecht modrig. Große Tannenzweige, riesige Äste: Dahinter versteckt sich ein Container in Orange. Von vorn ist er vor dem Riesen-Berg kaum zu sehen.

"Ich war gestern wieder vor Ort. Ich hätte heulen können." Bauamtsleiterin Sigrid Bleile ist verärgert, dass Bürger Abfälle unzerkleinert einfach abkippen. Eigentlich ist dafür ein Container vorgesehen. Nur Rasenmad, Astwerk in kleinen Stücken oder Laub - dafür ist der kostenfreie Service angedacht.

Fest steht: Der Platz zur Abgabe von Grünschnitt am ehemaligen Schützenhaus in Hecklingen ist nicht ideal. Das bestätigt Peter Knauf aus Hecklingen. "Im Gegensatz zum ehemaligen Entsorgungsbereich in Gänsefurth ist dieser Platz nicht eingezäunt. Das heißt, er kann jederzeit von 0 bis 24 Uhr betreten werden und damit kann ständig ohne Kontrolle entsorgt werden", schreibt der frühere Vorsitzende des Kleingartenvereins "Goldene Aue". Er merkt weiterhin an, dass es aufgrund des fehlenden Zauns keinen Sinn machen würde, freitags einen Mitarbeiter der Stadt vorbei zu schicken, der die Annahme kontrolliert. Peter Knauf wünscht sich aber von der Stadt, dass regelmäßig geprüft wird, "wie es mit der Bereitstellung der Container aussieht." Denn die Vergangenheit habe gezeigt, dass es durchaus Situationen gibt, die den Bürger zwingen, sein Grünzeug auf den Berg neben den Container zu kippen. Er führt Beispiele an: " Am Freitag, 5. September, war ein Container vorhanden, der gegen 13 Uhr bereits voll war. Am 12. September stand ein Container mit 2,20 Meter hohen Planken auf dem Platz. Da stelle ich mir die Frage: Wie soll ich meinen Günschnitt da hoch bekommen?" Am 19. September war überhaupt kein Container vorhanden."

Zum Container mit den Planken erklärte Sigrid Bleile, dass es sich dabei um einen großen Container handelte. Den musste die Stadt zusätzlich schon einmal bestellen, um den Riesen-Grüngut-Haufen vor dem kleinen Container abzufahren. Er war nicht für die Bürger gedacht, so die Amtsleiterin.

Und auch die Zufahrt zum Grüngutplatz steht für Peter Knauf in der Kritik. "Sie befindet sich in einem solchen Zustand, dass sie eher für Kettenfahrzeuge geeignet ist und nicht für Pkw", merkt der Gartenfreund kritisch an.

"Da werden Entsorgungssäcke und andere Materialen abgekippt."

Zum Hintergrund: Die Stadt hatte die Grüngutannahme in diesem Jahr vom Gewerbegebiet "Bodewiesen" in Gänsefurth in den Ort nach Hecklingen auf das Areal am ehemaligen Schützenhaus umziehen lassen. In Gänsefurth war die Zufahrt zur Abgabestelle sehr unwegsam. Vor allem nach Regen versanken Fahrzeuge im Schlamm. Das war von Nutzern kritisiert worden. Daraufhin wurde die jetzt wieder kritisierte Sammelstelle eingerichtet.

Peter Knauf ärgert sich aber auch über einige unvernünftige Bürger, die seinen Worten zufolge unbelehrbar sind. "Da werden Entsorgungssäcke abgeladen, ohne diese zu entleeren. Auch werden andere Materialen abgekippt , die nicht in das Grüngut gehören. Diese Leute sollten mal darüber nachdenken, dass ihre Handlungen nicht in Ordnung sind."

Auch Bauamtsleiterin Sigrid Bleile hatte öffentlich schon mehrfach an die Vernunft der Bürger appelliert, ihre Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen. Anderenfalls sei die Kommune gezwungen, darüber nachzudenken, den Service in Hecklingen im kommenden Jahr komplett einzustellen.

Diese Ankündigung sorgte wiederum für Unmut. "Ehe die Stadt eine Schließung der Annahmestelle vorsieht, sollte darüber nachgedacht werden, die vorhandenen Mängel zu beheben. In den anderen Orten der Stadt Hecklingen klappt das besser", weiß Peter Knauf. Er fürchtet, dass eine Schließung der Annahmestelle in Hecklingen "wilde Kippungen in der Feldflur" nach sich ziehen würde.

Für Bauamtsleiterin Sigrid Bleile steht indes fest, dass der Standort am ehemaligen Schützenhaus im kommenden Jahr nicht wieder öffnen wird. Der Service soll aber, anders als angedroht, nicht komplett wegfallen. "Wir überlegen uns, ab 2015 einen neuen Standort in Hecklingen zu finden", kündigte die Amtsleiterin in dieser Woche an. Sie hat vor allem Mitleid mit älteren Bürgern, die ihre Abfälle ordnungsgemäß entsorgen und mit dem Handwagen regelmäßig vorbei kommen. "Es gibt aber eben auch unvernünftige Leute, die mit dem Laster vorfahren und ganze Tannanzweige am Stück abwerfen", ärgert sie sich.

 

Bilder