Wer ist die neue Salzfee? Marina Schulze aus Staßfurt ist 22 Jahre jung, trifft sich gern mit Freunden, fährt zu Fußballspielen - und die nette Verwaltungsfachangestellte der Stadt Staßfurt beschäftigt sich gern mit Kommunal-gesetzen, was sicher etwas ungewöhnlich ist für ihr Alter.

Staßfurt l Nach bestandenem Abitur und erfolgreicher Ausbildung Gesetzestexte zu wälzen, ist das nicht langweilig? "Nein, ich würde das auch nicht als trocken bezeichnen", entgegnet die sympathische junge Frau. Die Arbeit - mit dem Kommunalabgabengesetz zum Beispiel - sei interessant und könne sogar Spaß bereiten.

"Und abwechslungsreich ist es auch", so die 22-Jährige. Wer sie bei der Benennung der Ausschussmitglieder im neuen Stadtrat erlebt hat, wobei auch Tischtennisbälle im Losverfahren zum Einsatz kamen (wir berichteten), glaubt es der aufgeschlossenen jungen Frau aufs Wort. Sie versah auch diese Aufgabe souverän und mit einem freundlichen Lächeln.

Marina Schulze bestreitet ihren Berufsalltag nicht komplett im Rathaus. Sitzungsdienst heißt nicht nur, Stadtratssitzungen vorzubereiten. Gern fährt die Verwaltungsfach- angestellte auch mal "aufs Land". Bei Ortschafsratssitzungen zum Beispiel könne sie viele Anregungen für die Stadt mitnehmen. "Die Arbeit ist nicht eintönig."

Dennoch ist ihr neues Hobby natürlich eine willkommene Abwechslung, auch wenn sie jetzt einen Teil ihrer Freizeit in den Dienst der Salzstadt stellt. Nach Feierabend und an Wochenenden ist die Staßfurterin sonst gern mit Freunden unterwegs oder begleitet ihren Freund zu Fußballspielen des TSV Völpke. "Ich wusste, wo-rauf ich mich vor der Wahl zur Salzfee einlasse", lacht Marina, die sich auf viele außergewöhnliche Veranstaltungen freut, bei denen sie in weißem Kleid und mit glitzerndem Diadem im blonden Haar auftreten und als Repräsentantin, beim Sangerhäuser Rosenfest zum Beispiel oder auf Tourismus-Messen, ihre Heimatstadt repräsentieren wird.

Auch der Sachsen-Anhalt-Tag in Köthen oder das zentrale Erntedankfest in Magdeburg stehen bereits in ihrem Kalender 2015.

Als nächstes freut sich die Salzfee am meisten allerdings auf Staßfurt in Flammen am 7. November. Bislang sei sie nur am Rande dabei gewesen, jetzt dürfe sie das Fest sogar mit eröffnen. "Ich finde Staßfurt in Flammen eine super Idee", erergänzt Marina Schulze noch.

Wie übrigens auch die Institution Salzfee überhaupt. Und sie weiß auch, wem die Staßfurter ihre noch relativ junge Repräsentantin zu verdanken haben: Burkhard Nimmich war es, der nicht mehr nur zuschauen wollte, wenn Majestäten wie die Bollenkönigin von Calbe beim Tag der Regionen auftraten. Und so gibt es die Staßfurter Salzfee, die immer für zwei Jahre von Vertretern von Vereinen, Ortsbürgermeistern und Oberbürgermeister gekürt wird, seit 2010.

Großartige Vergünstigungen für den Zeitaufwand gibt es als Salzfee übrigens nicht. Ein Auto, um zu den Veranstaltungen zu kommen, Frisur und Kosmetik, das erwähnte Kleid und Accesoires für die Auftritte - größtenteils gesponsert von Mitgliedern des Gewerbevereins Staßfurt, der für weitere Unterstützungen der Salzfee immer dankbar ist.

 

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