Die Bürgermeister in der Verbandsgemeinde haben sich darauf verständigt, die Hundesteuer in den Orten anzupassen. In Egeln zeigten CDU und SPD noch Gesprächsbedarf an.

Egeln l Die Steuern für einen Hund sind in den Mitgliedsgemeinden der Egelner Mulde sehr unterschiedlich. Besonders günstig ist die Steuer für einen Vierbeiner in Borne. 18,41 Euro verlangt die Gemeinde hierfür im Jahr. Mit jedem weiteren Hund steigt der Betrag bis auf 51,13 Euro für den dritten Hund. Zwischen lieben und gefährlichen Hunden machen die Borner keinen Unterschied. Alle Tiere werden gleich behandelt, was die Steuer angeht.

Anders sieht es dagegen in Wolmirsleben aus. Dort kostet der erste Hund 25 Euro. Allerdings verlangt die Gemeinde für einen gefährlichen Hund mit 240 Euro den höchsten Betrag innerhalb der Verbandsgemeinde.

Um der Verwaltung bei der Berechnung der Steuerbescheide die Arbeit zu erleichtern, haben sich die Bürgermeister in einer Arbeitsberatung darauf verständigt, die Steuersätze anzugleichen. Einheitlich sollen die Gemeinden für den ersten Hund 51 Euro Steuern verlangen, sagte Egelns Bürgermeister Reinhard Luckner (UWGE) jüngst im Hauptausschuss des Stadtrates. Die Halter gefährlicher Hunde sollen den doppelten Betrag an die Stadtkasse abführen. Insgesamt winken der Egelner Kasse rund 7000 Euro Mehreinnahmen im Jahr, sollte der Stadtrat der Vorlage unverändert zustimmen. Momentan verlangt die Stadt 30 Euro Steuern für einen Hund. Für einen zweiten Hund werden 48 Euro und für einen dritten Hund 93,60 Euro fällig. Die Sätze für gefährliche Hunde sind doppelt so hoch.

Wie sehr die Meinung bei der Besteuerung von Vierbeinern mitunter auseinander klaffen, zeigten die Mitglieder des Hauptausschusses. Luckner begründete den Vorschlag einerseits mit der notwendigen Haushaltskonsolidierung. Die Kommune sei wegen der finanziellen Schieflage gezwungen, die Einnahmen zu erhöhen. Andererseits sei Egeln eine Stadt und kein ländlicher Raum, schob er vor.

Dem letzten Argument widersprach deutlich Ernst Arenkens (CDU). Egeln sei ebenfalls ländlicher Raum, meinte er. Er könne die Argumentation kaum nachvollziehen. Er gehe davon aus, dass dies Hundebesitzern ebenso schwerfallen dürfte, äußerte er sich kritisch zu der Vorlage.

Deutlich höhere Steuern, als die vorgeschlagenen 102 Euro für gefährliche Hunde will Rosemarie Schmidt (SPD) verlangen. Unter 150 Euro könne sie sich keine vernünftige Steuer vorstellen, meinte sie. In den Fraktionen gebe es über die Vorlage noch deutlichen Redebedarf, meinten Rosemarie Schmidt und Friedrich Bollmann (CDU). Bei der Abstimmung enthielt sich die Mehrheit. Bis zum Stadtrat am 21. Oktober wollen sie sich in den Fraktionen über die Vorlage verständigen.

Dass es in der Verbandsgemeinde in nächster Zukunft kaum einheitliche Hundesteuersätze geben wird, darauf verweist die Beschlussvorlage. Abweichend von der Vereinbarung der Bürgermeister hätten die Gemeinden Bördeaue und Börde-Hakel in diesem Jahr bereits neue Steuersätze beschlossen. In Bördeaue kostet jeder Hund 25 Euro Steuern. In Börde-Hakel verlangt die Gemeinde 42 Euro. Nur bei gefährlichen Hunden folgten die Gemeinderäte der Absprache und verlangen 102 Euro.