In den Tiergarten Staßfurt ziehen bald Dingos, australische Wildhunde, ein. Auch optisch wird sich der Tierpark bald verändern.

Staßfurt l Im hinteren Teil des Staßfurter Tiergartens ist derzeit alles in Bewegung. Vor kurzem rückten 13 Mitarbeiter der Stadtwerke Staßfurt an, die sich bereit erklärt hatten, in ihrer Freizeit hier mit anzupacken. Hintergrund ist die Kooperation zwischen Stefan Labudde als Chef der Lebenshilfe, die den Tiergarten betreibt, und Doris Eckstein, der Geschäftsführerin der Stadtwerke. "Gemeinsame Aktionen sollen Tradition werden. Wir brauchen im Tiergarten einfach diese Manpower", sagt Labudde. Denn der Lebenshilfe-Chef und die Tiergarten-Leiterin Bianka Ziem hatten wieder jede Menge Arbeit zu verteilen, auch wenn sie natürlich selbst mitmachten.

Baustelle Nummer 1: Das alte Gehege des Leoparden, der Ende vergangenen Jahres den Tiergarten verließ, wird in ein begehbares Gehege für die Nasenbären verwandelt. Die zwei Männchen und zwei Weibchen waren bis jetzt in einem kleineren Zuhause untergebracht.

Besucher können in dem neuen Gehege die Außenanlage der Nasenbären von einem Pfad aus betrachten und bis zum Haus der Tiere gehen, wo sie durch durchsichtige Fassaden nach Innen schauen können. Derzeit gewöhnen sich die Nasenbären schon an die neue Behausung. In der nächsten Woche werden sie das erste Mal auf die Außenanlage gelassen.

Baustelle Nummer 2: Die befindet sich direkt daneben. Das ehemalige Gehege der Polarwölfe, das schon lange leer steht, wird etwas ganz Neues zeigen. "Wir haben uns dazu entschieden, erstmalig australische Dingos zu zeigen", erklärt Stefan Labudde. Das "Repertoire" des Tiergartens müsse ab und an wechseln, um den Besuchern Abwechslung zu bieten, erklärt er. Außerdem wolle man sich in der Einrichtung verstärkt auf Tiere konzentrieren, die in der Haltung nicht allzu kostspielig sind. Am günstigsten sind dabei immer Tierarten, die mit dem mitteldeutschen Klima gut zurechtkommen.

Der Dingo war einst ein Haushund, der aber vor Jahrtausenden wieder auswilderte und heute in Australien als Wildhund lebt. "Wir werden ein Pärchen anschaffen, denn wir möchten auch Nachwuchs haben. Ein Tier wird aus Gotha kommen, ein weiteres aus dem Ausland", erklärt Bianka Ziem. Mit deren Einzug in den Tiergarten rechnet die Tiergarten-Leiterin im Frühjahr nächsten Jahres.

Baustelle Nummer 3: Gleich gegenüber dieser beiden Gehege befindet sich die große Koppel für die Kamele. "Drumherum wollen wir einen Rundweg errichten, den wir ebenfalls im Frühjahr für die Besucher freigegeben wollen", erläutert Stefan Labudde. Der Weg um die Koppel, vorbei an der Reithalle, wo die Reittherapie der Lebenshilfe stattfindet, soll begradigt werden. Bänke zum Ausruhen sollen am Wegesrand stehen.

An diesem Rundweg haben ebenfalls die Angestellten der Stadtwerke mitgearbeitet und einen neuen Zaun gesetzt. "Wir denken, dass es sehr wichtig ist, unseren Tierpark in Staßfurt in einem schönen Zustand zu erhalten. Daher standen sofort 13 Kollegen von uns parat, als wir gefragt wurden, ob wir im Tierpark unentgeltlich aushelfen", erklärt Torsten Beyer, Bereichsleiter Technik bei den Stadtwerken.

 

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