Staßfurt l Das neueste Forschungsheft über Stasi-Spitzel im Gesundheitswesen der Altkreise Schönebeck und Staßfurt ist am 21. Oktober in Staßfurt erhältlich.

Das Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees Magdeburg verkauft den Band 20 der Reihe "Inoffizielle Mitarbeiter aus dem Gesundheits- und Sozialwesen des Bezirkes Magdeburg" an diesem Tag in der Zeit von 16 bis 18 Uhr im Bürgerservice der Stadt Staßfurt in der Steinstraße 38.

Dieses Buch ist kürzlich in der Landeshauptstadt Magdeburg vorgestellt worden.

Der Autor Dr. Ulrich Mielke enttarnt darin 53 Stasi-Spitzel aus den beiden ehemaligen Landkreisen und berichtet auf der Grundlage von Akten des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) darüber, wie zum Beispiel Ärzte unter Bruch ihrer Schweigepflicht ihre Patienten verraten haben.

Aus dem Altkreis Staßfurt zum Beispiel werden 24 Inoffizielle Mitarbeiter (IM) mit ihrem Deck- und ihrem Klarnamen genannt.

Darunter befindet sich auch der IM "Ernst Richter", der bis Ende 1989 für das MfS spitzelte. Als Ärztlichem Direktor ist es ihm nicht schwer gefallen, Blanko-Krankenscheine mit Arztstempel und Unterschrift zu besorgen und der Stasi zu übergeben. Außerdem hielt er am 20. Juni 1980 einen Patienten bei einer nur für das MfS angesetzten Untersuchung so lange fest, bis die Stasi-Offiziere Abdrücke vom Hausschlüssel des Patienten angefertigt hatten.

Zum Verkauf in Staßfurt stehen 100 Exemplare zur Verfügung. Wenn die Nachfrage größer sein sollte, nimmt das Dokumentationszentrum Nachbestellungen entgegen.