Während die neue Staßfurter Bodebrücke im Verlauf der Landesstraße 71 für mindestens sechs Jahre keine Hauptuntersuchung fürchten muss, sieht die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalts mittelfristigen Handlungsbedarf für die Brücke der DSF im Verlauf der L 72 (Förderstedter Straße).

Staßfurt l Die jüngste Hauptuntersuchung brachte es an den Tag: Die Brücke der DSF (Deutsch-Sowjetische Freundschaft) im Verlauf der Förderstedter Straße ist reif für den Abriss.

"Der Prüfbericht der Bauwerkssonderprüfung weist eine Zustandsnote von 3,3 aus", erklärt Stefan Hörold, Regionalbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, Regionalbereich West, "Damit befindet sich das Bauwerk in einem Zustand, der mittelfristigen Handlungsbedarf signalisiert."

Die Straßenbauverwaltung des Landes Sachsen-Anhalt plane bereits seit 2012 einen Ersatzneubau der Brücke über die Bode. Nun sei der Ersatzneubau für 2016/17 vorgesehen. Die Vorplanung durch ein regionales Ingenieurbüro ist abgeschlossen.

Bei der Aufstellung von acht Hauptvarianten mit einer Untervariante seien auch Betrachtungen zur Sanierung einbezogen worden. "Eine Weiternutzung vorhandener Bauteile des Unter- als auch Überbaus des Bestandsbauwerkes wurden wegen einer fehlenden Wirtschaftlichkeit ausgeschlossen", heißt es im Ergebnis. Nunmehr werde die Planung eines "zweistegigen Plattenbalkens aus Spannbeton" favorisiert.

Die voraussichtlichen Kosten für die Brücke mit einer Gesamtstützweite von 47 Metern und einer Breite zwischen den Geländern von elf Metern werden auf 1,5 bis zwei Millionen Euro geschätzt.

"Die Vorteile dieser Variante liegt in einer konventionellen wirtschaftlichen Lösung mit hoher Dauerhaftigkeit bei relativ geringem Wartungsaufwand sowie einer geringen Anpassung der Verkehrsanlage", heißt es in der Begründung der Landesstraßenbaubehörde weiter, und: "Die sich in der Ortslage Staßfurt weiterhin befindlichen Bauwerke in unserer Trägerschaft haben Zustandsnoten besser 2,7, sind also als gut einzustufen."

Brücken der Stadt haben "argen Sanierungsbedarf"

Derweil habe die Stadt Staßfurt "argen Sanierungsbedarf", was Brücken in ihrer Verantwortung betrifft, so Wolfgang Waschk, Fachdienstleiter Stadtsanierung und Bauen.

Immerhin darf die Stadt einschließlich der Bauwerke in ihren 14 Ortsteilen 29 Brücken, 40 Durchlässe, zwei Durchfahrts-Höhenbegrenzer und einen Radwegtunnel ihr eigen nennen.

Der Bedarf habe in den zurückliegenden Jahren kaum eine Rolle in den Haushalten gespielt, erklärt Waschk.

Was in jüngster Zeit saniert wurde, waren - abgesehen vom Neubau der Bodebrücke Richtung Gaensefurth - kleinere Brücken und Durchlässe wie Am Tierpark über den Neundorfer Hauptgraben (für immerhin 50 000 Euro) oder an der Damaschkepromenade. Demnächst beginnen die Arbeiten an einem Durchlass in der Mühlenstraße in Neundorf, der 40 000 Euro kostet.

Eine größere Maßnahme sei mit der Schlachthofbrücke in Sicht, die aber der Stadt nichts kostet (Volksstimme berichtete).

Der Fachdienstleiter erwähnt noch die Bodebrücke in Hohenerxleben als Problemfall. Die musste erst vor kurzem auf zwölf Tonnen begrenzt werden.

Die Einwohner von Staßfurt und den 14 Ortsteilen werden sicher noch einige "Sorgenkinder" in puncto Brücken, Durchlässen und dergleichen nennen können. Hinweise nimmt die Staßfurter Volksstimme gern entgegen (Tel. 03925/96 77 22) oder per E-Mail: redaktion. stassfurt@volksstimme.de

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