Staßfurt/Neugattersleben l 350 Kleingartenfreunde suchten die Ökostation in Neugattersleben auf, aber nicht nur, um sich über den Kartoffelanbau zu informieren, sondern auch um auf dem weitläufigen Gelände einen entspannten Vormittag zu erleben.

Es gab viel zu sehen. Der Staßfurter Regionalverband der Kleingärtner unter Vorsitz von Eberhard Kanitz hatte erstmals die fachliche Betreuung dieses Mekkas der Kleingärtner von ihren Bernburger Kollegen übernommen. Unter einem Zelt waren um die 40 Kartoffelsorten mit ihren Daten, wie Herkunft, Kocheigenschaften, usw., darunter die seit 1870 in Irland angebaute "Galactica", ausgestellt. Auch die "Rote Emalie" aus Deutschland und die englische fest kochende "Bambino" waren zu sehen. Bewusst wurden die im Supermarkt erhältlichen Sorten nicht präsentiert.

"Unter den gezeigten Sorten sind die meisten fest kochend. Dahin geht heute der Trend" betonte Kanitz. Und weiter: "Wir haben den Staffelstab von Bernburg übernommen, verzichten aber bei weitem noch nicht auf die Erfahrungen der Bernburger, deren Vorsitzender Joachim-Ernst Becker ein ausgezeichneter Fachmann auf dem Gebiet des Kleingartenwesens ist."

Und der gab auch in diesem Jahr den Besuchern wertvolle Anbauhinweise. Der Anbau vieler Sorten, die ausgestellt waren, wurde allerdings schon als von der Arbeitsagentur unterstütztes Projekt von Staßfurt übernommen.

Zusätzlich waren große Plakate und auch Infoblätter mit der Angabe bewährter Sorten, mit Hinweisen für die Bekämpfung von Krankheiten, wie die gefährliche Krautfäule, usw. zu sehen.

Die Kartoffel stand auch im Mittelpunkt der Verkaufsangebote. So offerierte ein Gartenbaubetrieb aus Nienburg mehrere Kartoffelsorten aus heimischem Anbau, darunter riesige Exemplare der Sorte "Milva", zum Verkauf. Die Kinder der auf dem Gelände heimischen Wohngruppe "Schlupfwinkel" waren mit ihren Betreuern mit dem Backen von Stockbrot eifrig beschäftigt und auch an den Imbissständen gab es Kartoffeln mit Quark, Kartoffelsuppe oder Kartoffelsalat in mehreren Varianten.

Aber auch die in Bernburg beheimateten Werkstätten der St. Johannis GmbH, zu der die Ökostation gehört, fünf an der Zahl, geleitet von Gabriele Benedix, mit ihren 18 Ein-Euro-Arbeitskräften nutzten den Kartoffeltag für die Präsentation ihrer Erzeugnisse. An einem weiteren Verkaufsstand bot man Sämereien an, darunter alte Gemüsesorten, die es im professionellen Handel nicht mehr gibt. Zu den Besuchern gehörte auch Angelika Tenner. Beide kommen aus Bernburg. Angelika ist in der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Strenzfeld Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Ökologischer Landbau und betreut die Versuchsfelder alter Feldfrüchte, darunter auch Kartoffeln. Da liegt es schon nahe, dass sie sich auch in Neugattersleben informiert.

Mit fachlichen und informellen Gesprächen und der Besichtigung der ausgestellten Produkte verbrachten die Besucher die Zeit und schlossen ihr Verweilen meist mit dem Mittagsimbiss ab. Wiederum brachten mehrere ihren positiven Eindruck zu diesen kleingärtnerischen Fachveranstaltungen zum Ausdruck, die man unbedingt beibehalten solle. So wird es, als Ausblick zum Schluss, im nächsten zwar Jahr keinen Erdbeertag, aber den Tomaten- und den Kartoffeltag auch wieder geben.

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