Löderburg l Mit der Frage "Was ist los im Ortsteil Löderburg?" wandte sich Einwohner Danny Hempel an die Volksstimme. Anfang September sei in Löderburg eine Firma erschienen, die Vermessungsarbeiten durchführte. "Da meine Frage nach dem Grund der Vermessung nicht beantwortet werden konnte, verweigerte ich die Arbeiten auf meinem Grundstück", schrieb uns Danny Hempel in einem Leserbrief.

Dass es sich bei diesen Vermessungen um Arbeiten für den geplanten Deich in Löderburg handelt, bestätigte der Volksstimme gestern der Leiter des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) Sachsen-Anhalt, Burkhard Henning. Mitte August haben die Entwurfs- und Genehmigungsplanungen für den Deich begonnen, sagte er. Dazu gehörten auch die Vermessungen auf privaten Grundstücken, durch die der Deich führen wird. "Die Vermessungen sind zu 90 Prozent abgeschlossen", so Henning, "zwei Grundstückseigentümer haben die Arbeiten verweigert."

Dass die Anwohner nicht alle einzeln per Post informiert werden, bestätigt der LHW-Leiter auch. "Wir können nicht zu jedem Bürger einzeln gehen." Das LHW ist für Hochwasserschutzmaßnahmen im gesamten Land Sachsen-Anhalt zuständig und informiere generell nicht jeden Anwohner gesondert.

Zur Information habe das LHW eine Ortschaftsratssitzung in Löderburg am 15. März genutzt. Außerdem wurde das Vorhaben ausführlich in der Volksstimme vorgestellt. Zugleich wurde die Ortsbürgermeisterin Mitte August über den letzten Stand informiert.

"Wir setzen hierbei immer darauf, dass die Gemeinde mit den Bürgern spricht und diese informiert", erklärt Burkhard Henning.

In Löderburg wussten dennoch nicht alle Betroffenen Bescheid. Die Ortschaftsratssitzungen werden nur von wenigen Einwohnern besucht, und auch nicht jeder hat die Zeitung abonniert.

Was die Vermessungen in Löderburg betrifft, sieht Burkhard Henning aber generell keine Probleme. Das LHW setzt darauf, dass die restlichen Grundstücke im Einvernehmen mit den Besitzern noch vermessen werden können. Es wird noch in diesem Monat eine Abstimmung zwischen Stadtverwaltung Staßfurt und dem LHW geben, wo die neuesten Informationen ausgetauscht werden sollen.

Bis Ende dieses Jahres soll ein konkreter Entwurf des Deiches vorliegen, der mit allen betroffenen Grundstücksbesitzern und allen weiteren Beteiligten abgestimmt ist. Dann müssen die Planer und Ingenieure auch noch einmal prüfen, wie arg die Grundstücksbesitzer von dem Deichbau betroffen sind und welche Art Genehmigungsverfahren eingeleitet wird. Die Genehmigung soll etwa im März 2015 in Angriff genommen werden.

Die Hochwasserschutzmaßnahme soll 2 bis 2,5 Millionen Euro kosten und ab 2016 umgesetzt werden. Auf einer Länge von über zwei Kilometern sollen zum einen Deiche und zum anderen Hochwasserschutzwänden aufgebaut werden. Schon 1998 gab es erste Pläne für Hochwasserschutzmaßnahmen in Löderburg, die dringend erforderlich sind.