In Cochstedt bangen Karnevalisten um die Zukunft der einzigen Kulturstätte im Ort. Nachdem feststeht, dass sie das Volkshaus wegen baulicher Mängel am Dach in dieser Session nicht nutzen können, wollen sie Klarheit auf lange Sicht. Die zuständige Stadtverwaltung in Hecklingen kann im Moment aber noch nicht sagen, wie es weitergeht.

Cochstedt l "Uns interessiert der aktuelle Stand zum Volkshaus. Wir als Verein hängen immer noch in der Schwebe und wissen nicht, wie es weitergeht", trug Kati Bassin dem Stadtrat die Sorgen und Nöte der Jecken vor. Ihre Anfrage richtete sie an den Bürgermeister der Stadt Hecklingen. Hans-Rüdiger Kosche (CDU) konnte jedoch noch nicht konkret werden. Der Rathauschef begründete, dass ein Büro das Dach in Kürze in Augenschein nehmen wird. "Dann erhalten wir ein Gesamtgutachten." Erst diese Analyse würde seinen Worten zufolge deutlich zeigen, was die Sanierung alles in allem kostet.

Verein: "Unsere Existenz steht auf dem Spiel."

Für die Karnevalisten steht schon jetzt fest, dass Geld in die Hand genommen werden muss. Sicher ist für sie auch, dass die Stadt angesichts der angespannten Haushaltslage dafür möglicherweise gar keine eigenen Mittel aufbringen kann und auf einen Zuschuss angewiesen ist. Kati Bassin fragte daher beim Bürgermeister nach, welche Förderprogramme für eine in Aussicht stehende Sanierung infrage kommen.

"Jetzt schon über Fördermittel zu reden, wäre meiner Ansicht nach vorweggegriffen", erklärte Hans-Rüdiger Kosche. Erst sei es nötig, den Sanierungsaufwand insgesamt zu beziffern.

Die aufgebrachte Cochstedterin wollte sich mit dieser Information nicht zufrieden geben: "Wir wissen, der Weg ist noch lang. Uns ist es derzeit zu ruhig. Unsere Existenz als Verein steht auf dem Spiel", machte sie auf die Dringlichkeit ihres Anliegens aufmerksam.

Für Stadtratschefin Christine Kern (Wählergemeinschaft Hecklingen) sind die Sorgen verständlich. Sie forderte die Verwaltung auf, sich mit den Karnevalisten abzustimmen. Den Mitgliedern gehe es um eine Auslotung von Förderprogrammen. "Dass man schon jetzt weiß, wo man im Ernstfall ansetzen kann", meinte Christine Kern.

Ortsbürgermeister Wolfgang Weißbart (Die Linke) konnte dem Verein keine guten Nachrichten überbringen. Er musste mit Bedauern mitteilen, dass ein angeschriebener potenzieller gewerblicher Geldgeber, der als Förderer infrage gekommen wäre, abgesagt hat.

Außerdem wurde während der Ratssitzung die Frage diskutiert, welche Räume der Cochstedter Verein in dieser Session alternativ nutzen kann. Im Moment üben die Karnevalisten in der Turnhalle des Ortes. Hier können nach Auskunft des Vereins aber nur die Trainingsstunden und allenfalls der Kinderfasching stattfinden. Abendveranstaltung sind nicht möglich, weil es unter anderem keine Küche gibt.

Ortsbürgermeisterin Ethel-Maria Muschalle Höllbach aus Groß Börnecke (WGH) bot den Jecken an, das Dorfgemeinschaftshaus im benachbarten Groß Börnecke zu nutzen. "Wir können aufeinander zugehen. Groß Börnecke hat einen schönen Saal", schlug die Fraktionsvorsitzende der WGH im Stadtrat vor.

Theoretisch ist der Plan für die Hakel-Jecken umsetzbar. In der Praxis geht er aber nicht auf. Das machte eine Wortmeldung der Karnevalistin Janette Bremer aus Cochstedt deutlich. "Wir kriegen die Leute nicht aus Cochstedt raus."

Ein Bustransfer müsste eingerichtet werden. Problem sei, dass der Verein es sich nicht leisten könne, diesen kostenfrei anzubieten. "Deshalb können wir keine Abendveranstaltungen außerhalb machen", erklärte Kati Bassin.

Stadtrat Roger Stöcker (SPD) aus Hecklingen schlug vor, das regionale Bus-Unternehmen in Gänsefurth anzusprechen, ob es den Bustransfer als Sponsoring übernimmt.

Trotz aller Probleme: Ihre närrische Heiterkeit lassen sich die Karnevalisten nicht nehmen. In Hakeborn veranstalten sie am 22. November einen Workshop in der Gaststätte Zur Warte.

Jecken laden den Stadtrat zum Workshop ein

Dazu haben sie die Stadträte aus Hecklingen herzlich eingeladen. Ortsbürgermeisterin Elke Atzler (CDU) las das Einladungsschreiben vor. "Ich hoffe, dass viele dabei sind, damit wir uns von der Arbeit des Vereins überzeugen können", sagte die Stadträtin und dankte dem Verein im Namen der Abgeordneten.

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