Emotionen beim Abschied von Pfarrer Ulrich Lörzer. Nach über einem Jahr Vertretung wurde er in Förderstedt von drei Kirchgemeinden verabschiedet. Jetzt sind die Augen auf seinen Nachfolger gerichtet.

Förderstedt l Etwa 100 Kirchenbesucher feierten am Wochenende mit drei Pfarrern in einem feierlichen Gottesdienst in der Förderstedter St. Petri Kirche mehr als das Erntedankfest. Auf dem Programm stand auch die Verabschiedung des bisherigen Vertretungspfarrers Ulrich Lörzer, der nun in Oschersleben tätig sein wird und die Amtseinführung des neuen Pfarrers Peter Eichfeld.

Dieser wird nun zu 50 Prozent für die Pfarrstelle Förderstedt mit den Orten Atzendorf, Förderstedt und Löderburg zuständig sein. Die anderen 50 Prozent ist er bei der Reformierten Kirche in Aschersleben tätig. Die Amtseinführung in Förderstedt begleitete der stellvertretende Superintendent des Kirchenkreises Egeln, Holger Holtz, aus Aschersleben.

Anwesend waren auch die Gemeindekirchenratsvorsitzenden von Förderstedt, Olaf Böge, und Löderburg, Christa Krumey, sowie Ortsbürgermeister Peter Rotter sowie CDU-Ortsvorsitzende, Kirchenratsmitglied und Stadtrat Marco Kunze.

Beteiligt waren auch die Förderstedter Christenlehrekinder, die ein kleines, mit Petra Eggebrecht einstudiertes Programm zum Erntedank brachten. Anita Strandt, Organistin und Musiklehrerin aus Eggersdorf, verlieh dem Gottesdienst mit Gesang, Orgel und Keybord eine feierliche Note. Während sie "Danke" von Andrea Adams-Frey und "Segen" von Alexander Dorka mit klarer Stimme und Keyboardbegleitung zu Gehör brachte und den Gottesdienst auf der Orgel begleitete, brachten die Kinder den Dank an Gott für die Gaben zur Erntezeit zum Ausdruck.

Der neue Förderstedter Pfarrer Peter Eichfeld, der ebenfalls eine Vertretung von schätzungsweise mindestens einem Jahr sein wird, stammt aus einem evangelischen Pfarrhaus und verbrachte seine Kindheit und Schulzeit in Leuna. Zunächst machte er eine Lehre zum Nachrichtentechniker und wirkte in der Jungen Gemeinde mit.

Aber, so sagte er, die Arbeit mit Menschen erschien ihm bald spannender und er studierte in Leipzig und Berlin Theologie. 1987 begann er seine Tätigkeit als Pfarrer an der St.-Stephani-Kirche in Aschersleben und hatte zwei Jahre später seine erste Pfarrstelle in Halle.

1992 bis 2002 gab er Religionsunterricht an Schulen sowie Unterricht in Berufsethik bei der Polizei, bei der er auch als Seelsorger wirkte. Anschließend leitete er bis jetzt zehn Jahre lang das Dorfpfarramt in Schartau bei Burg und war für fünf Gemeinden zuständig. Für seine Tätigkeit in Förderstedt will Eichfeld für die Menschen da sein, sie begleiten und ihnen helfen, sodass der Glaube eine Hilfe und Bereicherung für das Leben sein kann.

Der Gottesdienst wurde bis zur Predigt von Ulrich Lörzer und im zweiten Teil von Peter Eichfeld abgehalten. Der stellvertretende Superintendent Holger Holtz segnete beide Pfarrer und wünschte ihnen für ihre neuen Tätigkeiten viel Erfolg und Gottes Segen.

In der mit Erntedankgaben geschmückten Kirche spendeten alle drei das Abendmahl und segneten die Kirchenbesucher. Die Kollekte zum Erntedank wurden für die eigene Kirchgemeinde und für "Brot für die Welt" eingesetzt.

Die Predigt von Ulrich Lörzer ergänzte den Spruch zum Erntedank aus dem Psalm 145 "Aller Augen warten auf Dich, Herr, und Du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit". Der Pfarrer stellte fest: "Wie alles um uns herum wächst und gedeiht, ist ein Wunder, das uns Gott schenkt und für das wir ihm mit vollen Herzen danken sollten." Er erinnerte an Zeiten und Orte, wo Hunger auf der Welt herrscht.

Aber, so führte er aus, entbinde der heutige Wohlstand den Menschen nicht davon, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen. "Solche Opfer gefallen Gott. Bei der Liebe zu ihm immer die Nächsten mitnehmen, mit ihnen teilen, Gutes tun, Gott loben und ihm danken, das ist die zentrale Botschaft zum Erntedank", sagte Ulrich Lörzer in seiner letzten Predigt in Förderstedt.

 

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