Staßfurt l Der rund 300 Mitglieder zählende Verein Sport- und Karateschule Staßfurt, der sich auf dem Gelände der ehemaligen Betriebskantine des Chemieanlagenbaus ein neues Domizil aufgebaut hat, leistet dort Erstaunliches, insbesondere für die Kinder-und Jugendarbeit. Das stellte der FDP-Fraktionschef des Stadtrates, Johann Hauser, bei einem Besuch des Hauses fest.

"Ich wusste nicht, dass hier so etwas Positives entstanden ist", lobte der Kommunalpolitiker. Das hatte er auch schon am 13. September, dem Tag der offenen Tür, zu spüren bekommen. "Da bin ich von dem Ansturm fast erschlagen worden", sagte Hauser. Selbst Landtagspräsident Detlef Gürth (CDU) hatte sich bei dieser Gelegenheit überzeugen wollen, was in dieser Schule geleistet wird und gleich noch den neuen Trainingsraum für den Kampf- und Freizeitsport angeschaut.

"Der Anbau ist zu 90 Prozent abgeschlossen", sagte Vereinschef Michel Olschewski, der stolz ist auf das Gütesiegel "familienfreundlicher Verein". "Unser Ziel ist es, dass die ganze Familie sich bei uns wohlfühlen kann", sagte der Vereinschef.

"Auch die Kindertagesstätten der Stadt treiben bei uns Sport. Und für die Schulen führen wir ein Gewaltschutzprojekt zur Deeskalation durch. Da arbeiten wir auch mit dem Frauenhaus zusammen. Das Pilotprojekt haben wir mit Schülern des Dr.-Frank-Gymnasiums gestartet", berichtete Olschewski. Positiv sei, dass die Trainer des Vereins im gesamten Salzlandkreis auch in die Schulen fahren.

"Wenn wir die Menschen hier halten wollen, müssen wir ihnen die Möglichkeit geben, sich zu engagieren beziehungsweise sich betätigen zu können, wie es ihnen Spaß macht", sagte Hauser.

Doch dieses Engagement kostet auch eine Menge Geld. Im vergangenen Jahr hatte der Verein Betriebskosten-Ausgaben in Höhe von rund 4500 Euro, davon allein 3200 Euro für die Kinder- und Jugendarbeit.

Deshalb hat der Vorstand bei der Stadt für 2015 einen Zuschuss von 2500 Euro beantragt. Doch zu seinem Bedauern bekam er ein Schreiben vom Fachdienst mit der Bemerkung, dass darüber erst im Ergebnis der Haushaltsberatungen entschieden werde.

Das stößt bei Hauser auf Kritik. "Mir passt nicht, dass der Oberbürgermeister nicht persönlich antwortet. So etwas muss Chefsache sein." Es sei Sache des Stadtrates, einen solch aktiven Verein mit einer Ablehnung nicht allein zu lassen, sondern sich darum zu kümmern. Private in dieser Dimension dürfen im Sportstättenentwicklungskonzept der Stadt nicht ausgeklammert werden, sagte Hauser. Zugleich regte er an, dass der Kultur- und Sportausschuss die Karateschule demnächst besucht.