Giersleben l Die Gierslebener freuen sich über die Auszeichnung ihrer Pfarrerin Anita Werner. Der 84-Jährigen wurde am Montag in Magdeburg von Ministerpräsident Rainer Haseloff die Bundesverdienstmedaille übergeben, da sie mit 60 Dienstjahren als Pastorin die am längsten in Deutschland tätige Theologin ist.

Dass Anita Werner in Giersleben beliebt ist, zeigt auch das Plakat, das einige Einwohner für sie gegenüber dem Pfarrhaus auf dem Dorfplatz angebracht haben. "Dies ist ein Glückwunsch der gesamten Gemeinde", teilt Bürgermeister Peter Rietsch der Volksstimme mit.

Der Bürgermeister hat die Nominierung der Pastorin für den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland aktiv unterstützt. Er schwärmt geradezu von ihr in einem Schreiben Ende 2013 an die für die Verleihung der Ehrung zuständigen Behörden.

Anita Werner wurde am 7. Februar 1930 in Löbau geboren und kam nach ihrem Theologestudium in Berlin als eine der drei ersten Pastorinnen Deutschlands direkt nach Giersleben, so das Schreiben. "Am 11. Oktober 1959 wurde sie ordiniert und seit dieser Zeit ist Frau Werner in unserer Gemeinde", erklärte Rietsch in seinem Schreiben.

"Eine der meist geachtesten Persönlichkeiten"

Der Bürgermeister sprach sich im Namen der Gemeinde für die Ehrung von Anita Werner aus. Sie habe die "Akzeptanz, Achtung und besondere Zuneigung der Menschen im Ort" erlangt. Sie höre zu, gehe auf die Menschen ein, predige frei und finde immer die treffenden Worte. Rietsch wisse die Arbeit der Pastorin sehr zu schätzen, sagte er in diesem Zusammenhang. Schon als Ministrant kannte er sie.

Ihr Wirken sei stets über die Konfessionen in dem Ort hinausgegangen, sie kümmerte sich fürsorglich um die Kinder in der Kirchengemeinde, habe sich in Giersleben einen hohen Stand erarbeitet und "gehört durch ihre bescheidene Art wohl zu einer der meist geachtesten Persönlichkeiten in Giersleben und Umgebung", schließt Peter Rietsch sein Loblied auf Anita Werner.