Große Freude bei den Kameraden der Feuerwehr Förderstedt, Üllnitz und Glöthe. Ihr neues Gefährt ist eingetroffen. Mit einem nagelneuen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug haben sie jetzt das modernste Feuerwehrauto.

Förderstedt/Glöthe/Üllnitz l Die offizielle Übergabe des neuen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF) soll ja erst noch stattfinden und die Zusammenkunft der Kameraden aus Förderstedt, Glöthe und Üllnitz am Dienstagabend sollte ja eigentlich nur eine kleinen Willkommensparty sein. Aber sie wurde doch zu einem wahren Fest. Denn einige Minuten nach 19 Uhr trafen Wehrleiter Hans-Jürgen Lärz und einige Kameraden mit der neuen Errungenschaft direkt aus dem Werk in Luckenwalde in Brandenburg ein.

Jahrelang hatten die Kameraden auf ein neues Fahrzeug gewartet. "Ich bin ganz aufgeregt, meine Hände zittern", machte Kameradin Bianca Zaschke deutlich, wie wichtig das neue Fahrzeug für die Kameraden ist. Kamerad Ralf Zaschke meinte: "Da ist ein Traum wahr geworden. Ich fühle mich gerade wie ein Kind im Spielzeugladen." Das, was das Auto alles kann, sei um Längen besser als was die Kameraden bisher hatten. Das Fahrzeug, das durch das neue ersetzt wird, war nämlich schon so alt, dass es direkt in die Historik, sprich ins Museum, geht.

Auch Wehrleiter Hans-Jürgen Lärz freut sich über die große Investition, die die Stadt Staßfurt mit der Neuanschaffung getätigt hat, und darüber, dass die drei fusionierenden Wehren jetzt hervorragend ausgestattet sind. "Wir haben uns lange darauf vorbereitet. Das Fahrzeug setzt geschulte Maschinisten und Fahrer voraus. Viele Kameraden haben sich dafür fortbilden lassen", erklärte Lärz. Das Besondere an dem Fahrzeug ist, dass es sowohl bei Bränden als auch bei technischen Hilfeleistungen wie Katastrophen oder Unfällen einsetzbar ist.

Das neue Feuerwehrauto mit dem Kennzeichen SFT FF 112, ganz genau ein HLF 20/16 auf MAN, hat die Stadt über 300000 Euro gekostet. Es kann neun Kameraden befördern und hat 290 PS.

Der Tank fasst 2000 Liter. Am Pumpenbedienstand gibt es ein extra Funkgerät. Zum Auto gehören zwei Haspeln, also zwei kleine Wagen, mit denen die Kameraden separat vom Auto arbeiten können. Eine Haspel hat Lichtkegel und ist mehr zur Verkehrsabsicherung gedacht. Die zweite verfügt über einen 160-Meter-Schlauch, mit dem die Kameraden Hydrant und Feuerwehrauto verbinden können. Mit einer Wärmebildkamera können Häuser nach unsichtbaren Brandherden im Gebälk abgesucht werden.

In Sachen technische Hilfeleistung verfügt das Fahrzeug über Rettungsschere und Spreizer, mit denen verunfallte Personen aus verkeilten Autos gerettet werden können. Ausgelaufene Flüssigkeiten können mit einem Nasssauger entfernt werden. Mit Rettungssäge und Kettensäge können querliegende Bäume und andere Materialien zertrennt werden. Zum Schutz der Kameraden gibt es eine Absturzsicherung bei Arbeiten in der Höhe sowie einen Rollgliss, eine Abseilgerät, für Arbeiten in Schächten.

Die Seilwinde kann Fahrzeuge bis zu 5,5 Tonnen ziehen. Außerdem stehen Rettungsbrett, Scheinwerfer, Schiebeleiter, Hochleistungslüfter, Sprungpolster und Notfallrucksack bereit.

   

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