Herzlichen Glückwunsch kann man dem Förderverein von Kita und Grundschule Löderburg sagen. Durch Hartnäckigkeit und Cleverness haben sich die Eltern schon nach einjährigem Bestehen einen starken Ruf erarbeitet.

Löderburg l Vor einem Jahr hat sich der Förderverein Kita und Grundschule Löderburg gegründet. Heute ist er stadtbekannt. An jeder Stadtrats- und Ausschusssitzung nehmen die Eltern teil. Das bewundert mancher mit Respekt. "Wir bekommen viel positives Feedback, dass wir so hartnäckig dranbleiben", sagt der Vereinsvorsitzende Carsten Fütterer.

Waren es zur Vereinsgründung noch elf Mitglieder, sind es jetzt 25, unter anderem auch Lehrer der Grundschule. Mit Heimatverein, Gartenverein und Fußballverein ist eine enge Zusammenarbeit entstanden. Über 4000 Euro Spenden für Kita und Schule haben die Eltern in nur einem Jahr gesammelt und zum großen Teil schon für die Kinder investiert.

Das eine oder andere Vereinsmitglied hat auch schon Überraschungen im Briefkasten entdeckt: Anonyme Briefumschläge mit Geldspenden, dazu Zettel mit Aufschriften wie "Für den Förderverein, wir vertrauen euch".

Allerdings sind die aktiven Eltern auch enttäuscht, wie wenig sich die Löderburger, gemessen an 3400 Einwohnern, am Verein beteiligen. "Wir bekommen zu wenig Zuspruch, dafür dass es um die Kinder geht", sagt Vereinsmitglied Daniela Linge. "Wir haben unzählige Flyer verteilt, sind auf alle Eltern in Kita und Schule zugegangen." Kathrin Wüstenhagen sagt: "Wir hören zwar viel Positives. Viele finden ganz toll, was wir machen, aber sie hätten ja weder Zeit noch Geld."

Dabei würden sich die Eltern über mehr Vereinsmitglieder freuen. 18 Euro kostet der Jahresbeitrag. "Mit den Mitgliedsbeiträgen können wir schon etwas erreichen", meint Daniela Linge. Daher nochmal deutlich: "Man musst nicht unbedingt etwas machen, wenn man Vereinsmitglied ist. Gezahlte Beiträge helfen genauso. Nur wer will und Zeit hat, kann am Kuchenstand stehen oder ähnliches", erklärt Carsten Fütterer.

Die Zukunft ihrer Schule ist für die Eltern nach wie vor ungewiss. "Solange wir das nicht schwarz auf weiß haben, glauben wir gar nichts", sagt Daniela Linge. Die Landesregierung ließ kürzlich verlautbaren, auch wieder kleine Schulen mit mindestens 60 - und nicht mehr 80 - Schülern zuzulassen.

Für die nächste Sanierungsrunde mit dem Förderprogramm Stark III hat der Stadtrat Löderburg zunächst nicht vorgeschlagen, weil damals noch 80 Schüler Maßgabe waren. Wenn der Gesetzgeber nun wieder zurückrudert, müsse es auch möglich sein, Löderburg nachträglich für Stark III anzumelden, erklärt Oberbürgermeister René Zok. An der Schule sind Brandschutz- und Erhaltungsmaßnahmen notwendig. "Ich möchte mich aber bemühen, mit dem Förderverein dort nächstes Jahr das eine oder andere Klassenzimmer zu renovieren", sagt Zok. Wenn die Stadt das Material kauft, würden die Eltern auch selbst renovieren, kündigen sie an.