Die letzten vier Sonderausstellungen dieses Jahres sind gestern Vormittag im Beisein von rund 80 Besuchern im Stadt- und Bergbaumuseum Staßfurt eröffnet worden. Sie stimmen die Gäste langsam auf das nahende Weihnachtsfest ein.

Staßfurt l Die Temperaturen waren gestern alles andere als winterlich, aber Weihnachten ist dennoch nicht mehr so weit.

Und da dürfen Sterne natürlich nicht fehlen. Zu den berühmtesten gehören seit Jahrzehnten die Herrnhuter Sterne. Museumschef Michael Scholl ist es gelungen, das sächsische Unternehmen für eine Ausstellung in Staßfurt zu gewinnen. Sie steht unter dem Motto "Willkommen im Reich der Sterne".

Der Marktetingchef der Herrnhuter Stern GmbH, Daniel Schädlich, der an diesem Tag die weiteste Anreise hatte, informierte die Besucher über die wechselvolle Geschichte der Herrnhuter Sterne, die vor über 160 Jahren im Schoß der Herrnhuter Brüdergemeinschaft entstanden sind. "1925 wurde die heutige Bauweise patentiert", sagte Schädlich und fügte hinzu: "Heute werden davon pro Jahr rund 400 000 Stück von 90 Mitarbeitern vorwiegend in Handarbeit produziert." Eine nicht geringe Stückzahl davon gehe in den Export bis in die USA. Schädlich räumte ein, dass sein Unternehmen die große Nachfrage nicht decken kann.

Nach Staßfurt hatte er einen Bausatz mitgebracht, den die Besucher während der Veranstaltung Schritt für Schritt zusammensetzten. Am Ende schenkte Schädlich diesen schönen Stern dem Museumschef zur Erinnerung an diese Ausstellung.

Keine Sterne, dafür aber Christbaumständer, die es seit rund 400 Jahren gibt, sammelt Karl-Heinz Wandel. "Rund 200 habe ich bisher zusammengekommen. Davon stelle ich 57 in Staßfurt vor", sagte der Ascherslebener. Sein ungewöhnlichstes Ausstellungsstück ist ein Weihnachtsbaumständer aus Gips in Form einer Zipfelmütze.

Michael Kothe hatte die Idee, 38 Krippen der katholischen Kirchengemeinde St. Marien Staßfurt-Egeln der Öffentlichkeit im Museum zugänglich zu machen. "Die kleinste ist nur 4,5 Zentimeter groß und stammt aus Peru, und die größte ist so groß wie ich und steht zu Weihnachten in der St. Mechtild Westeregeln", sagte Kothe.

Vierte im Bunde sind die Hobbymalerinnen Inge Patzelt, Ingrid Koske und Ingrid Stockmann. Sie überschrieben ihre Schau mit eigenen Bildern in verschiedenen Mal- und Farbtechniken mit dem schönen Wort "Lebensfreude". "Wir wollen unsere Bilder sprechen lassen", sagte Ingrid Stockmann und dankte dem Museum, dass sie zum wiederholten Mal dort präsent sein dürfen.

Museumschef Michael Scholl äußerte sich erfreut über die so große Besucherschar, zu der erstmals auch die neue Staßfurter Salzfee Marina Schulze gehörte. Zugleich lobte er die Aussteller, die mit Herz und Liebe daran gegangen seien, ihre Exponate so gut wie möglich zu präsentieren. Die Eröffnung der vier Sonderausstellungen sei zusammen mit dem vierten Adventszauber am 13. Dezember die letzte große Veranstaltung in diesem Jahr, sagte Scholl.

Für 2015 gibt es noch keine großen Pläne, was Sonderschauen angelangt. Er habe sich vorgenommen, Ausstellungen aus anderen großen Museen nach Staßfurt zu holen, so zum Beispiel eine Luther-Ausstellung, sagte Scholl.

 

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