Kaum hat die Feuerwehr Förderstedt ihr neues Einsatzfahrzeug bekommen, ging es schon am Sonntag zu einem spektakulären Einsatz. Im Steinbruch Glöthe war ein Auto versunken. Lange war unklar, ob sich darin eine Leiche befinden könnte.

Glöthe l Um 11.30 Uhr am Sonntag ging der Alarm. 27 Kameraden aus Förderstedt, Üllnitz und Glöthe wurden zu einem Einsatz gerufen, der ihnen den Atem stocken ließ. "Bergung aus Gewässer" hieß es. Bürger hatten im Steinbruch ein Auto gesehen.

"Wir konnten nicht ausschließen, dass sich in dem Auto eine Person befand", erklärt Kameradin Bianka Zaschke, die den Einsatz mitgemacht hat. Die Feuerwehrleute mussten vom Schlimmsten ausgehen: eine Person, die noch in dem Auto eingeklemmt ist. Deshalb musste die Berufsfeuerwehr Magdeburg dazugerufen werden, da nur diese über eine Tauchergruppe für die Wasserrettung verfügt.

Die Technik stellte die Feuerwehr Förderstedt zur Verfügung. Aber das Rettungsboot und das neue Löschgruppenhilfeleistungsfahrzeug (HLF) mussten erst einmal ans Ufer des Steinbruchs. Und der Weg dorthin ist beschwerlich - ein schmaler, schlecht befestigter Pfad, den die Kameraden vom Gestrüpp befreien mussten, damit die große Technik überhaupt durchkam. "Es war körperlich eine große Herausforderung, das Boot auf dem Wagen herunterzuziehen", erklärt Bianka Zaschke.

Dennoch: Die Kameraden waren heilfroh, dass sie das neue Rettungsboot hatten. Es war erst kürzlich angeschafft worden, weil es so viele Seen und Steinbrüche bei Förderstedt gibt. Eine Bergung des Autos wäre vom Wasser aus ohne Boot unendlich schwieriger gewesen, sagen die Kameraden.

Die Taucher der Berufsfeuerwehr Magdeburg tauchten vom den Boot aus zu dem Auto ab, das zirka sechs bis acht Meter tief im Wasser lag. In dem Moment konnten die Kameraden aufatmen: kein Verunglückter im Fahrzeug. Die Taucher befestigten in dem Auto einen Sack, den sie mit Luft füllten, so dass das Fahrzeug nach oben an die Wasseroberfläche trieb.

Dann kam noch ein kniffeliger Part. Die Kameraden befestigten das Auto an der Seilwinde des neuen HLF, das für solche Einsätze mit einer Seilwinde ausgestattet ist, die bis zu 5,5 Tonnen ziehen kann. Mit dieser konnten die Wehren das Auto ans Ufer ziehen.

Und auch da waren die Kameraden heilfroh über ihr neues HLF, das erst am Dienstag im Feuerwehrgerätehaus eingetroffen war. "Bei diesem Einsatz stellte sich heraus, wie sinnvoll die Anschaffung des Rettungsboots und des HLF für uns war", sagt Ralf Zaschke, der sich freut, dass er beim ersten Einsatz des Fahrzeuges Maschinist sein konnte.

Fazit: "Es war ein richtig spektakulärer, kraftaufreibender Einsatz", sagt Ralf Zaschke. Die Bergungsaktion endete erst gegen 17.30 Uhr. Ortswehrleiter Hans-Jürgen Lärz, der in dem Fall auch Einsatzleiter war, kann seinen Kameraden nur danken. Die Ortswehren Förderstedt, Glöthe und Üllnitz haben toll zusammengearbeitet und "dieser Einsatz ist auch ein Beweis dafür, dass das Zusammenwirken zwischen freiwilliger und Berufsfeuerwehr funktioniert", so Lärz.

Die Polizei teilt mit, dass das Auto aus dem Raum Staßfurt am 13. Oktober als gestohlen gemeldet wurde. "Sicherlich wollten die Diebe es im See entsorgen", vermutet Polizeioberkommissar Robert Richter. Der Besitzer wurde informiert.

 

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