Die Evangelische Kindertagesstätte Apfelbäumchen in Egeln feiert ihr 20-jähriges Bestehen. Für die Kinder gab es dazu viele Programmpunkte zum Geburtstag.

Egeln l Schon der Name der Kindertagesstätte deutet darauf hin, dass ein kirchlicher Träger hinter der Kindertagesstätte steckt. Während andere Einrichtungen nach Märchenfiguren oder Landschaftsnamen benannt sind, trägt der Egelner Kindergarten schlicht den Namen Apfelbäumchen. Damit zielt der kirchliche Träger auf eines der berühmtesten überlieferten Zitate von Martin Luther. Der soll gesagt haben: "Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich ein Apfelbäumchen pflanzen." Damit habe der Kirchenmann sagen wollen, dass er daran glaube, dass alles weitergehe, meint Raimund Müller-Busse. Der Pfarrer und Geschäftsführer des kirchlichen Trägers der Kindertagesstätte findet die Bezeichnung der Einrichtung passend.

Die Kindertagesstätte in der Meisterstraße hat eine lange Geschichte in der Bodestadt, erklärt Leiterin Simone Schnaak. 1902 wurde die Einrichtung bereits gegründet. Noch vor dem Ende der DDR im Jahr 1987 wird die kleine Einrichtung dann geschlossen. Doch die Egelner erinnern sich an den Kindergarten. 2004 eröffnet die Kirchengemeinde Egeln die Einrichtung erneut. Heute sind die evangelischen Kindertagesstätten in einem Zweckverband zusammen gefasst.

40 Kinder besuchen die Einrichtung aktuell. In den kommenden Monaten wird die Zahl noch leicht steigen. Die kleine Kindereinrichtung im Herzen der Stadt ist beliebt. Zwar ist die Spielfläche für die Mädchen und Jungen durch die umliegende Bebauung begrenzt. Allerdings macht dies auch einen Reiz aus.

Mit zahlreichen Aktionen feiern die Gruppen den Geburtstag ihrer Einrichtung auf dem Spielplatz und im Gebäude. Neben dem Geschäftsführer sind auch der Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr sowie die Grundschulleiterin Mandy Nagel gekommen, um zu gratulieren.

Bei einem kleinen Rundgang zeigte Simone Schnaak die kleine Einrichtung. In der nahen Zukunft sollen die Sanitäreinrichtungen noch modernisiert werden, kündigte derweil Raimund Müller-Busse an. In der Kinderbetreuung verwendet der kirchliche Träger mehr Geld, als nach dem Kinderförderungsgesetz vorgesehen sei, schilderte er. "Wir haben einen anderen Anspruch, als das, was das Kinderförderungsgesetz vorsieht", sagte er. Zahlreiche Zusatzangebote zur normalen Betreuung und Gruppenarbeit organisiere und bezahle der Träger. Die Eltern würden mit den Mehrkosten nicht belastet, unterstrich er. Wie lange sich die Kirche bei stetig sinkenden Mitgliederzahlen sich dies noch leisten könne, wisse er aber noch nicht.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat der Träger bereits viel Geld in die Einrichtung investiert. Geschickt nutzte er dabei die Fördermittelprogramme im Land, um die Baukosten bestreiten zu können.

In der Verbandsgemeinde gibt es neun Kindertagesstätten. Alle befinden sich in freier Trägerschaft. Für einen Rückblick auf das Leben in der Einrichtung haben die Erzieherinnen im Apfelbäumchen einen großen Ordner zusammengestellt. Durch viele Hände ging die Aufstellung bei der Jubiläumsfeier. Spannend wurde es für einige Besucher dabei ganz am Anfang. Noch Fotos aus dem ehemaligen Kindergarten fanden sich in der Aufstellung. So mancher Besucher erkannte sich dabei auf den Fotos wieder. Damit verbunden ebenso die Erinnerungen an die eigene Kindheit in der damaligen Kindertagesstätte.

Damit die Mädchen und Jungen, die heute die Einrichtung besuchen, auch leicht zu erkennen sind, erhielten sie ein T-Shirt mit dem Namen der Einrichtung. Zum Teil seien die Shirts von einem Geschäftsinhaber aus Westeregeln gesponsert worden, sagte Simone Schnaak.