Während im Juli noch Heavy Metal in der Atzendorfer Kirche zu hören war, sind es jetzt Folk und Klassik: Nachdem die Maurer abgezogen sind, haben die Restauratoren die Baustelle übernommen. Bald ist alles fertig.

Atzendorf l Die Sache mit der Musik in der Atzendorfer Kirche scheint typisch für die aktuellen Sanierungsarbeiten zu sein. Hatte noch mancher Kirchgänger die Nase gerümpft, als er die Bauarbeiten besichtigte und die Maurer ihre Lieblingsmusik - Heavy Metal - hörten, schallen jetzt zarte, besinnliche Töne aus der Stereoanlage durch die Kirche.

Die Diplom-Restauratoren Heinz-Peter Schmidt und Thomas Herrmann aus Groß Rodensleben haben die Baustelle nun für sich allein, und sie werden auch die letzten sein. "In vier Wochen dürften wir fertig sein", schätzt Heinz-Peter Schmidt. Dann ist die Sanierung im Großen und Ganzen geschafft. Es wäre Anfang Dezember, und der Wunsch der Kirchgemeinde, Heiligabend wieder im großen Schiff zu feiern, würde in Erfüllung gehen.

Die Restauratoren hatten ihre Arbeit parallel zu den Maurerarbeiten begonnen und sind seit August vor Ort. Die Experten können dem Zustand der Ornamente, wie sie sie vorfanden, keine gute Note geben. "Sie waren wirklich in einem sehr schlimmen Zustand. Viele Malereien waren großflächig verdorben", sagt Heinz-Peter Schmidt. Er und sein Kollege haben in der Kirche die Originalmalereien aus dem Jahr 1889 vorgefunden. Sie waren nie erneuert worden. Auch die Decke der Kirche war grau von dem Ruß des alten Ofens, der lange Zeit zum Heizen benutzt wurde.

Die Restauratoren "retuschieren" die Blumenmotive vor allem, bessern also, grob gesagt, die Farbe aus. Die Fensterlaibungen haben sie schon bearbeitet. Was noch kommt, ist Gold: Die Sterne zur Verzierung einiger Rundbögen sollen mit hauchdünnem Blattgold erneuert werden, so dass auch diese zu Weihnachten wieder schön strahlen können.

   

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