Im Umspannwerk Förderstedt gab es gestern viel zu feiern. Staatssekretärin Tamara Zischang unterzeichnete mit der Netzbetreiberfirma 50Hertz eine Vereinbarung und sorgte sogar für feierliches "Brummen."

Förderstedt l Die Mitarbeiter des Umspannwerks in Förderstedt, das in jahrelangem Umbau auf den neuesten Stand gebracht wurde, hatten gestern hohen Besuch. Wirtschaftsstaatssekretärin des Landes Sachsen-Anhalt, Tamara Zieschang, war zu Besuch, dazu etliche Gäste aus Politik und Wirtschaft, und unterzeichnete mit Frank Golletz, Geschäftsführer der Netzbetreiberfirma 50Hertz - auch für das Umspannwerk verantwortlich -, eine Vereinbarung.

In dieser Vereinbarung zwischen Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt und 50Hertz geht es vor allem um die Bürger. Denn in anderen Bundesländern gibt es oft Bürgerinitiativen und massive Proteste gegen den Bau von neuen, riesigen Stromtrassen und Masten.

"Der Ausbau der Stromnetze ist nicht gegen die Bürger möglich. Wir müssen bei ihnen um Verständnis werben", sagte Tamara Zieschang. Ziel der Vereinbarung ist es, dass Bürger noch vor dem Bau neuer Stromtrassen informiert und ins Boot geholt werden, dass sich im Internet für jeden zugängliche Informationen finden. Kurz gesagt: "Transparenz und Bürgerbeteiligung".

60 Millionen Euro in das Umspannwerk Förderstedt investiert

Denn der Ausbau der Stromnetze wird in Sachsen-Anhalt in Zukunft ein großes Thema sein. Denn: "Sachsen-Anhalt ist Spitzenreiter beim Ausbau der erneuerbaren Energien", so Zieschang. "Wir produzieren hier viel mehr Strom, als benötigt wird, also wird er exportiert", erklärte Frank Golletz von 50Hertz. In Sachsen-Anhalt gibt es nicht so viele energieintensive Unternehmen wie zum Beispiel in Bayern, also wird der Strom dorthin geleitet und die "Stromautobahnen" müssen aus- und umgebaut werden.

Die Modernisierung des Umspannwerks Förderstedt, das Strom jetzt - vereinfacht gesagt - schneller und in größerem Umfang umwandeln und durchleiten kann, ist ein Baustein der Anpassung an die Zukunft mit dem grünen Strom. "Wir werden in den nächsten Jahren fünf Milliarden in unser Netz investieren, davon 500 Millionen in Sachsen-Anhalt", sagte Frank Golletz.

Der Umbau des Umspannwerks Förderstedt habe 60 Millionen Euro gekostet, und er sei vorbildlich über die Bühne gegangen, "hier gab es fast keine Probleme", so Golletz.

Teil des Umbaus in Förderstedt war das Ersetzen alter Transformatoren durch neue, die mehr Leistung bringen. Während der erste schon läuft, durfte die Wirtschaftssekretärin gestern den zweiten neuen Trafo in Betrieb nehmen. Mit Funkgerät ausgestattet und begleitet von Frank Golletz und dem Inbetriebnahmeleiter von 50Hertz, Jörg Sippel, gab sie unter Anleitung den entsprechenden Befehl an Mitarbeiter Mario Pellmann. Dieser saß in der Schaltwarte und schaltete per Mausklick am Computer einen neuen Teil der Anlage zu.

Wie ein Blitz schlug der Strom auf einer Sammelschiene zum ersten Mal über. Was folgte war das historische "Brummen" - der Transformator springt an. "Aber keine Angst, der brummt nur am Anfang so. Sonst ist er viel leiser", sagte Frank Golletz. Damit ging ein weiterer Teil des umgebauten Umspannwerks Förderstedt ans Netz und liefert nun Strom in Richtung heimische Steckdose.