In der Egelner Mulde sind seit einigen Tagen zwei Regionalbereichsbeamte der Polizei im Dienst. Täglich sollen sie auf den Straßen in den Orten Präsenz zeigen und als Ansprechpartner dienen. Nun stellten sie sich im Rathaus vor.

Egeln l Künftig werden die Einwohner der Egelner Mulde die Polizei regelmäßiger zu sehen bekommen. Die beiden Regionalbereichsbeamten (RBB) der Polizei sind seit 31. Oktober beinahe täglich in den fünf Gemeinden der Verbandsgemeinde mit ihren acht Ortsteilen unterwegs.

Als Freund und Helfer sollen sich die Polizisten auf der Straße geben. An Brennpunkten sollen sie dabei stehen und brenzlige Situationen entschärfen. Einen Vorgeschmack davon bekamen erst vor einigen Tagen die Eltern von Grundschülern in Wolmirsleben zu spüren. Dort besuchten die Polizisten zu Schulbeginn den Parkplatz, um sich mal anzusehen, wie rücksichtsvoll morgens die Anreisewelle der Schüler über die Bühne geht, schildert Reinhard Glage. Der Polizeihauptmeister hat dabei beobachtet, dass einige Autofahrer im Angesicht der Beamten kaum noch wussten, wohin sie fahren sollten. Offenbar, so seine Einschätzung, habe der Auftritt von ihm und seiner Kollegin, Polizeiobermeisterin Ivonne Vorwerk, ihren Zweck erfüllt.

Die Schulen in der Verbandsgemeinde werden die beiden Beamten in den kommenden Wochen und Monaten regelmäßig besuchen, kündigen beide an. Die Polizeipräsenz soll die Autofahrer veranlassen, etwas sorgsamer auf den Verkehr rund um die Schule zu beachten. Ebenso sollen die Fahrer dazu gebracht werden, die Einschränkungen vor manchen Schulhäusern zu beachten und sich nicht ins Park- oder Halteverbot zu stellen. "Es ist doch nicht schlimm, einige Meter weiter zu fahren, um dann einige Meter zu laufen", macht Reinhard Glage deutlich.

Ein Brennpunkt, was das Parken angeht, sei ebenso der Markt in Egeln, schildern Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr und Hauptamtsleiterin Dagmar Witzke den beiden Beamten. Gerade morgens versperrten gern einige Autofahrer mit ihren Wagen die Straßen, wenn sie frische Brötchen vom Bäcker holen wollen, sagen sie. Immer wieder komme es vor, dass die Parkflächen für die Bürger nicht ausreichen. Im Herzen der Kleinstadt befinden sich wichtige Einrichtungen, wie Arzt, Apotheke oder Banken. Darauf werden die beiden Polizisten in der Zukunft ebenso ein Auge haben.

Wichtig sei dabei, dass die Polizei nicht nur belehrend auftrete, sondern mit dem Bürger in das Gespräch komme. Mitunter sei ein gutes Gespräch viel besser, als gleich einen Strafzettel aus der Tasche zu ziehen, sagt Reinhard Glage. Die Bürger werden sich an die neue uniformierte Präsenz auf den Straßen erst gewöhnen müssen.

Hauptsächlich zu Fuß werden die beiden unterwegs sein. Ein Dienstfahrzeug haben sie aber ebenfalls erhalten, zeigen sie auf den Parkplatz am Rathaus.

Regelmäßig werden die Polizisten die Ortschaften der Mitgliedsgemeinden besuchen. Kontakte wollen sie aufbauen zu Kindergärten, Schulen und Jugendeinrichtungen. Ebenso suchen sie den Kontakt zu den ehrenamtlichen Bürgermeistern der Kommunen, sagen sie.

Noch treten die beiden Polizisten ihren Dienst in Staßfurt morgens an. In naher Zukunft sollen sie aber in Egeln ihren Dienstsitz haben. Am Markt wird der bisherige Polizeistandort umgebaut für die Regionalbereichsbeamten. Sie benötigen nun weniger Platz, als ihre Kollegen zuvor. Deswegen werde die Polizeistation nun verkleinert und ebenso mit neuer Technik ausgerüstet, schildern sie.

In den kommenden Wochen werden die beiden Polizisten viele Leute in der Egelner Mulde kennenlernen. Dagmar Witzke hat sie als Amtsleiterin bereits zu einer Beratung mit dem Ordnungsamt eingeladen. Hier gibt es die größten Schnittstellen zwischen Polizei und öffentlicher Gemeindeverwaltung.

Mit dem Dienstantritt löst sich für die Bürger der Egelner Mulde ein weiteres Problem, freut sich Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr. Das leidige Thema Umzüge werde in Zukunft besser von der Polizei durch die beiden Beamten mit abgedeckt. Bislang sei es immer in Glücksspiel gewesen, ob die Polizei Umzüge durch die Orte abdecken könne. Da die Kommune die freiwillige Feuerwehr dazu offiziell nicht einsetzen dürfe, sei die Polizei notwendig gewesen.

Nun scheitere die Frage nicht mehr an nicht verfügbaren Beamten, die im Streifendienst benötigt werden. Die beiden Regionalbereichsbeamten stehen ausschließlich der Egelner Mulde zur Verfügung. Die Absicherung von Umzügen, sagen sie, sei in Zukunft kein Problem mehr. Auch am Wochenende wollen sie gern die Absicherung übernehmen, kündigen sie an.