Eine kurze aber dafür zünftig Party der Superlative erlebten die Besucher mit dem Jubiläumsfest bei Staßfurt in Flammen. Genau genommen reichten etwa sieben Stunden, um die Staßfurter und ihre Gäste einmal mehr mit Feuer und Shows an Steinstraße und Stadtsee zu elektrisieren.

Staßfurt l "Ich hätte nie geglaubt, dass hier so viele Leute zusammen kommen", schwärmt Maik Behrens aus Hoym, als kaum noch ein Durchkommen in der Steinstraße ist. Seine Kollegin Daniela Hermasch aus Westdorf ergänzt die Bewunderung: "Ich bin positiv überrascht, dass es hier so schön ist." Die beiden gehören zu einem "Brigade-Ausflug" - extra zu Staßfurt in Flammen. Überall trifft man ausgelassen feiernde Gruppen. Steven Winterfeld hat neben seinen Kumpels auch Oma Käthe (75) untergehakt: "Sie wollte unbedingt Ross Antony live erleben."

Vor der Bühne steht Gisela Neumann mit ihrer Enkelin Kira und ist begeistert: "So nah waren wir Antonia aus Tirol bei unserem letzten Besuch nicht.Jetzt können wir Ross Antony fast anfassen." Wie sie sind Tausende vor der Hauptbühne fasziniert vom jungen Schlagersänger, der mindestens so begeistert ist wie seine Fans.

Stars und regionale Kultbands wie Tänzchentee, aber auch die Güst`ner Schotten finden alle Jahre wieder tatsächlich ihre Fans. "Herr Lehmann!" schallt es aus etlichen Kehlen von Aschersleber Berufsschülern. Sie haben auf der Bühne ihren Lehrer im Schottenrock ausgemacht.

Gründe zum Feiern findet an diesem Abend gefühlt die komplette Einwohnerschaft von Staßfurt - allein in der Steinstraße. Auch als später die "Show der Sinne" an den Stadtsee lockt, bleibt kaum ein Grashalm an den Ufern frei. Immer wieder begeisterte Pfiffe, Gejohle, Raunen. Die Freunde von der Laser-Event-Company aus dem erzgebirgischen Eibenstock hatten nicht zu viel versprochen bei der Ankündigung ihrer Muse, die einludt, mit allen Sinnen den Abend zu genießen. Sie projizieren mit Hilfe der Staßfurter Feuerwehr historische Gebäude auf die Wasserwände. Traumhaft, wie aus einer anderen Welt, erscheinen die Karo-Dancers, deren - von Lüftern empor getragenen - Schleier farbenprächtig in Szene gesetzt werden. Und dann noch ein kräftiges Feuerwerk. Alles in allem eine halbstündige Show, die Staßfurt so noch nicht erlebt hat. Eigentlich unbeschreiblich. Man muss es einfach gesehen und erlebt haben.

Ronald Teßmer, Chef des veranstaltenden Gewerbevereins Staßfurt, sprach wenige Stunden später, nach dem Aufräumen, von einem "absolut geilen Fest". Aber auch, dass die "Grenzen des Machbaren erreicht" wurden. Stargast und Show am See müssen den Nerv der Besucher getroffen haben, wenn er die vielen Schulterklopfer richtig verstehe. Die Händler seien zufrieden gewesen. Mehr sei einfach nicht drin. "Wir haben schon tolle Ideen für Staßfurt in Flammen XI, aber irgendwann geht`s nicht besser. Jetzt denken wir erstmal an den Staßfurter Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende und das Kirschblütenfest am 1. Mai."

Foto-Eindrücke von Staßfurt in Flammen X auf Seite 11.

 

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