Eine interessante Ausstellung über das Leben der Anne Frank ist gestern Nachmittag in der Aula des Dr. Frank-Gymnasiums in Staßfurt in feierlicher Form eröffnet worden. Daran nahm auch der Landtagsabgeordnete Peter Rotter (CDU) teil.

Staßfurt l "Das habt ihr ganz toll gemacht", lobte Schulleiter Steffen Schmidt alle, die dazu beigetragen haben, dass diese wichtige Schau des Anne Frank Zentrums Berlin bis zum 15. Dezember im Gymnasium gezeigt werden kann, besonders den Lehrer Michael Reuter und den anderen Lehrern, die dieses Projekt vorangetrieben hatten. "Es war in den letzten Wochen spannend, was da passiert", sagte Schmidt und fügte hinzu: "Ich weiß, dass die ganze Schule dieses Projekt trägt."

Man habe alle Gymnasien und Sekundarschulen des Landkreises angeschrieben und die dortigen Schüler eingeladen, die Ausstellung in Staßfurt zu besichtigten.

Auch heute gebe es Menschen, die verfolgt werden und Flüchtlinge, die unsere Hilfe brauchen, gab Schmidt zu bedenken. "Ich hoffe, wir kommen ein Stückchen voran, auch was die politische Kultur in der Stadt angeht", so der Schulleiter.

Positiv äußerte sich Schmidt auch über die 28 Schüler der neunten bis elften Klassen des Gymnasiums, die sich bereiterklärt haben, die Besucher mit fachkundigen Erläuterungen durch diese Schau zu führen.

Dazu gehört auch Juliane Mutke aus der elften Klasse."Das Thema ist für mich sehr interessant", sagte sie der Volksstimme Die Beschäftigung mit dem Schicksal von Anne Frank habe ihr viel gegeben und obendrein auch ihre rhetorischen Fähigkeiten verbessert.

Auch ihre Klassenkameradin Judith Rose findet es interessant, den jüngeren Schülern das entsprechende Wissen über die Greueltaten des Nationalsozialismus vermitteln zu können. Sehr gut gefallen hat den beiden jungen Frauen das Seminar, in dem sie sich intensiv mit dem Leben von Anne Frank beschäftigt hatten.

Oberbürgermeister René Zok (parteilos) würdigte die Arbeit, die das Gymnasium als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" leistet. "Wir müssen das Gedenken aufrecht erhalten und die Erinnerung bewahren", sagte das Stadtoberhaupt.

Auf die aktuelle Diskussion in Staßfurt eingehend, versicherte Zok, dass die Stadt Staßfurt alle notwendigen Schritte in die Wege leiten werde, um die Flüchtlinge ordentlich aufnehmen zu können. An die Staßfurter, die mit den Ausländern Probleme haben, appellierte er, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen.

Der Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, Maik Reichel, sagte, als das Anne Frank Zentrum vor geraumer Zeit mit dem Wunsch an ihn herangetreten sei, die Ausstellung in diesem Jahr an drei Standorten zu zeigen, habe er sofort die Initiative aufgegriffen, so dass man heute hier den ersten Standort eröffnen könne. Danach werde die Exposition in Stendal und dann in Naumburg gezeigt.

Die Geschichte der Anne Frank habe aus seiner Sicht nichts an Aktualität und Faszination eingebüßt, im Gegenteil. In der demokratischen Jugendkultur heute spiele sie nach wie vor eine große Rolle. "Kinder und Jugendliche in der ganzen Welt lernen durch Anne Frank, was Rassenhass für den Einzelnen bedeutet und der Blick auf die Geschichte einer Einzelnen schafft Empathie und schärft die Perspektive auf das unbegreifliche Ganze des Holocaust", sagte Reichel. Er äußerte sich erfreut darüber, dass sich die Staßfurter Schüler mit diesem wichtigen Thema beschäftigen.

Interessenten, die diese Ausstellung gern sehen möchten, können sich im Sekretariat per Telefon (03925) 62 20 85 melden.