Zum gestrigen Karnevalsauftakt musste auch Staßfurts Oberbürgermeister René Zok wie in jedem Jahr um 11.11 Uhr den Rathausschlüssel an die Narren rausrücken. An diesem traditionellen Zeremoniell nahmen auch viele Kita-Kinder teil.

Staßfurt l Schon etliche Minuten vorher hatten sich zahlreiche Schaulustige vor dem Rathaus an der Hohenerxlebener Straße versammelt. Darunter befanden sich auch viele Mädchen und Jungen aus fast allen Staßfurter Tagesstätten. Sie hatten sich eigens für diesen Anlass kostümiert beziehungsweise schminken lassen und harrten ganz aufgeregt dem ungewöhnlichen, fröhlichen Treiben.

Bevor es richtig losging, stimmte der Vereinschef des Männerchors des Staßfurter Handwerks, Dirk Kost, die großen und kleinen Jecken sowie die Staßfurter Sängerinnen und Sänger auf die fünfte Jahreszeit ein. Er lud schon jetzt alle Karnevalsfreunde zu den Sitzungen am 31. Januar, am 7. Februar und am 14. Februar in das Salzlandcenter ein. Die neue Karnevalssaison steht dieses Mal unter dem Motto "Gauner, Gangster und Ganoven."

"Wir werden nicht sparen, sondern das Geld mit vollen Händen ausgeben. Wir wollen eine schöne Zeit."

In der Stadt sei zwar noch einiges zu tun, so stellte der Vereinschef mit einem Rundumblick von der Rathaustreppe fest. "Aber wir werden nicht sparen, sondern das Geld mit vollen Händen ausgeben. Wir wollen eine schöne Zeit", sagte Kost mit einem Augenzwinkern in Anspielung auf die von den Narren sehnsüchtig erwartete Schlüsselübergabe.

Kost nutzte die Wartezeit dazu, um dem Publikum gleich das neue Prinzenpaar, Mathias II. und Mandy I, vorzustellen. Dabei handelt es sich um Mandy Charlotte Anne Marie Roseburg. Sie hat zwei Hunde und noch keine Kinder. Ihr zur Seite steht Mathias "Matze" Härtel, der bei Edelweiß Arnstedt Fußball spielt.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein Kinderprinzenpaar. Das sind Emilia Lingott und Pepe Stops vom Kindergarten Struwwelpeter. Die beiden wurden von den Kindern der Einrichtung mit Pauken und Trompeten zum Rathaus begleitet, wo sie ihren ersten öffentlichen Auftritt hatten und diesen trotz aller Aufregung mit Bravour meisterten.

Emilia und Pepe sind Freunde und gehen jeden Montag zum Kindersport des HV Rot-Weiß in die Staßfurter Merkewitzhalle, war aus ihrem Umfeld zu erfahren.

Mathias II. und Mandy I. wandten sich gleich zu Beginn ihrer Amtszeit mit einer witzigen Erklärung aus der Feder von Stadtrat Klaus Stops an ihr Staßfurter Volk: "Seid gegrüßt, ihr Narrenvolk, hier an diesem schönen Tage. Das Rathaus wird heut ausgeräumt von dieser Stadtbeamtenplage. Den Kopf zu waschen, dem OB, das ist wohl uns`re kleinste Kunst, danach rasier`n den ganzen Rat. Das erhöht für uns des Volkes Gunst. Nun also Schluss mit Rumregier`n und Politik der leeren Schüssel. Nur Spaß und Freude woll`n wir haben. Oberbürgermeister her den Schlüssel!"

René Zok sondierte die Lage zunächst aus einem Rathausfenster in der oberen Etage, ließ sich dann aber nicht all zu lange bitten, den Rathausschlüssel und damit symbolisch die Macht in der Stadt bis zum Aschermittwoch an das Prinzenpaar abzugeben.

Für das Kinderprinzenpaar hatte er einen ganz besonderen Schlüssel im Gepäck. Er stammt aus der Backstube von Bäcker Rost. "Unseren Schlüssel kann man essen", stellte Prinz Pepe mit großen Augen fest. Außerdem überraschte Zok die beiden Kinder noch mit einem Geschenk. Sie revanchierten sich dafür mit der Verleihung eines Kinderordens.

"Ich freue mich auf die neue Saison. In den letzten Jahren ist der Staßfurter Karneval immer politischer geworden."

Bevor er die kleinen und großen Akteure zum Weiterfeiern in den festlich geschmückten Sitzungssaal des Rathauses einlud, sagte der Oberbürgermeister: "Ich freue mich auf die neue Session. In den letzten Jahren ist der Staßfurter Karneval immer politischer geworden. Ich bin gespannt, ob ich auch dieses Mal wieder auf die Bühne muss."

Im Sitzungssaal nahm Dirk Kost dann in feierlicher Form die Proklamation des Prinzenpaares vor. Danach stimmten alle gemeinsam ein Medley der beliebtesten Karnevals-Ohrwürmer, wie zum Beispiel "Am Rosenmontag bin ich geboren", "Rucki zucki" oder "Humbta, humbta Täterä", an und hakten sich zum Schunkeln unter.

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