Groß Rosenburg/Salzlandkreis (dw) Nach dem Steinwurf auf einen Messwagen der Bernburger Polizei, bei dem am Mittwoch in Groß Rosenburg ein Beamter schwer verletzt worden ist, sucht die Polizei einen Verdächtigen. Das bestätigt Marco Kopitz, Sprecher der Polizei im Salzlandkreis. Zu dem Gesuchten hätten Zeugenaussagen unmittelbar nach der Tat geführt. "Die Suche erweist sich aber als schwierig, weil der Gesuchte keinen festen Wohnsitz hat", so Koptiz. Hinweise zu Kleidung und zum Fahrrad seien aber relativ identisch mit dem, was die angegriffenen Beamten vom Täter mitbekommen hätten. "Aber noch wissen wir nichts, wir folgen einer ersten Spur", sagt der Sprecher.

Ein Mann hatte am Mittwoch gegen 7.40 Uhr mit einem Pflasterstein auf einen Messwagen der Polizei geworfen. Der Stein war zehn mal zehn Zentimeter groß. Inzwischen wissen die Ermittler, so Marco Kopitz, dass er den Stein mitgebracht hatte. "Wir gehen nach derzeitigem Kenntnisstand davon aus, dass der Täter das Fahrzeug gezielt angegriffen hat." Dabei wurde ein 58-jähriger Polizist verletzt. Der Stein durchschlug die hintere Seitenscheibe und traf den am Messgerät sitzenden Beamten am Kopf. Er erlitt eine Platzwunde am Kopf und musste im Klinikum Schönebeck versorgt werden. Marco Kopitz sagt, dass sein Kollege für die nächste zeit dienstunfähig sei.

Die Suche nach dem Täter hat sofort nach dem Anschlag begonnen und zog sich in Rosenburg den gesamten Tag über hin. "Es sind vermehrt Streifen gefahren und auch ein Fährtenhund war im Einsatz." Ziel sei es gewesen, so Sprecher Kopitz, den Täter zu finden, der nach Augenzeugenberichten über einen Feldweg geflohen sein soll. Auch die unmittelbaren zeugen wurden gehört. Aus der Bevölkerung ging jetzt der konkrete Hinweis ein, dem die Ermittler derzeit folgen. Genaue Angaben zu dem Gesuchten macht die Polizei aufgrund des derzeitigen Ermittlungsstandes noch nicht.

Das Polizeirevier Salzlandkreis hatte Mittwoch kurz nach 7 Uhr einen Messwagen in der Ortschaft Groß Rosenburg in der Hauptstraße eingesetzt, nachdem Bürger darüber informiert hatten, dass es hier immer wieder zu Verstößen gegen die Geschwindigkeitsvorgaben kommen würde - es gilt Tempo 30. Der Messwagen stand gut sichtbar am Fahrbahnrand. "Es ist nicht klar, ob dem Täter bewusst war, dass sich Menschen darin befinden. Das muss geklärt werden. Aber üblicherweise sitzen zwei Beamte in den Messwagen, die die Technik bedienen", erklärt Marco Kopitz. Der Sprecher sagt, dass der Täter den Überraschungsmoment genutzt habe, um schnell zu fliehen. Der unverletzte Kollege habe noch versucht, ihn zu fassen, allerdings vergebens. Der Täter war mit einem blauen Damenrad, DDR-Fabrikat, unterwegs. Er trug eine graue Hose und graue Oberbekleidung mit Kapuze. Die Polizei bittet um sachdienliche Hinweise, die Auskunft zur Identität des Täters geben? Alle Hinweise nimmt die Polizei des Salzlandkreises unter der Rufnummer (03471) 37 90 entgegen.