Staßfurt l "Wir haben Kontakt zu einem Intressenten, der den Luisenplatz revitalisieren möchte", berichtete Schüler Montagabend im Bau- und Wirtschaftsausschuss des Stadtrates.

Allerdings wolle der Investor das Anfang der 1990er Jahre errichtete Einkaufszentrum mit Backsteinfassade, zu dem ein Supermarkt, eine Apotheke, Filialen für Fleisch-, Back- und Konditoreiwaren sowie ein Friseurgeschäft gehörten, nicht in der bestehenden Form nutzen.

Der Unternehmer plane einen teilweisen Abriss der vorhandenen Bausubstanz, die dann mit einem Neubau ergänzt werden soll, sagte der Wirtschaftsförderer. "Das macht ein Bebauungsplan-Verfahren erforderlich, in das der Stadtrat mit eingebunden wird", fügte Schüler hinzu.

Der Wirtschaftsförderer rechnet damit, dass sich das B-Plan-Verfahren rund ein Dreivierteljahr hinziehen dürfte. "Danach kann es dann umgesetzt werden", sagte er.

Das von der Stadt in Auftrag gegebene Einzelhandelsgutachten begrüße eine Wiederbelebung des seit Jahren vor sich hindümpelnden Standortes. Man wolle in Gesprächen mit dem Investor erreichen, dass dieser dort keinen Lebensmittelmarkt eröffnet, sondern die Waren anbietet, die laut Gutachten in Staßfurt Mangelware sind, sagte Schüler.

"Deutliche Entwicklungspotenziale bestehen vor allem bei Drogeriewaren, Bekleidung, Spielwaren und Elektrowaren/Unterhaltungselektronik. Flächenseitige Arrondierungsbedarfe gibt es unter anderem bei Schuhen und Büchern sowie Papier- und Schreibwaren", so das Fazit der BBE Handelsberatung, die den Staßfurter Einzelhandel unter die Lupe genommen hatte. Dabei stellten deren Mitarbeiter auch fest, dass die Staßfurter Waren des mittelfristigen Bedarfs, wie zum Beispiel Textilien, Schuhe, Bücher, Spiel- und Schreibwaren sowie Sportartikel vor allem in Magdeburg einkaufen.

"Der Staßfurter Einzelhandel kann auf ein Konsumentenpotenzial von rund 40.000 Personen zurückgreifen", heißt es in dem Konzept, für das im Februar und März dieses Jahres rund 300 Personen aus Staßfurt und dem Umfeld befragt worden waren.

Wie Oberbürgermeister René Zok (parteilos) informierte, stehen Teile des Einkaufszentrums auf dem Luisenplatz ungünstig, denn die Kunden sehen den dahinter liegenden Parkplatz nicht. Deshalb wolle der Investor dort einen Umbau vornehmen.

Die Frage, ob der Bau- und Wirtschaftsausschuss einer Nachnutzung dieses Areals zustimmen würde, sei so überflüssig wie ein Kropf, sagte Ausschusschef Klaus Stops (CDU) unter Hinweis darauf, dass damit ein langgehegter Wunsch der Bürger, insbesondere der Anwohner, und der Stadträte in Erfüllung gehen würde.

Auch der Gewerbeverein "Staßfurt - Stadt an der Bode" dürfte einer derartigen Neuansiedlung positiv gegenüber stehen. "Wir wollen keinen weiteren Lebensmittelmarkt, aber alles andere, was die Innenstadt belebt, ist gern gesehen", so das Urteil von Vereinschef Ronald Teßmer damals zu den Ergebnissen des Gutachtens.