Hecklingen/Groß Börnecke l In Hecklingen wollen die Volksvertreter einen Seniorenrat gründen. Der Kultur- und Sozialausschuss des Stadtrates beschäftigte sich in dieser Woche eingehend mit dem Thema. Um zu erfahren, was ein Seniorenrat ist und welche Aufgaben die dort ehrenamtlich tätigen Senioren zu erfüllen haben, lud der Ausschuss den Chef des Staßfurter Seniorenbeirates ein. Aus seiner praktischen Erfahrung konnte er berichten, um was sich die Senioren kümmern. Peter Maier sieht sich vor allem als politische Vertretung der älteren Generation. Er wolle mit dem Seniorenbeirat nicht die Arbeit eines Seniorenclubs übernehmen, erläuterte er. Vielmehr gehe es darum, dass die Politik in dem Beirat einen Ansprechpartner habe.

Die Seniorenvertretung soll sich seiner Meinung nach vor allem dort einsetzen, wo ältere Menschen Probleme haben. Das beginne mit der Nutzung von Straßen und Fußwegen. Nicht mehr so agile Menschen benötigten Wege, die für sie geeignet seien. Ein großes Thema sei für den Staßfurter Seniorenbeirat außerdem der öffentliche Nahverkehr. Die vorhandenen Buslinien reichten nicht aus, damit die älteren Menschen, die kein Auto besitzen, ihre Wege erledigen können. In der immer schnelllebigeren Zeit kommen die Wünsche und Bedürfnisse der älteren Generation mitunter nicht oder nur wenig zur Geltung, beschrieb er.

Ein weiteres wichtiges Thema für die Senioren sei zudem die ärztliche Versorgung in der Stadt und den Ortsteilen. Gerade dieses Thema werde immer brennender, beschrieb er zahlreiche praktische Fälle.

Die Arztversorgung, ergänzte Ethel Muschalle-Höllbach, könne auch in den Ortsteilen der Stadt Hecklingen in den kommenden Jahren kritisch werden. Viele der angeführten Probleme könne sie nachvollziehen. Die Politik müsse auch etwas für die älteren Menschen in den Orten machen. Schließlich werde die Bevölkerung immer älter. Diesem Thema müsse sich auch der Stadtrat widmen. Die Gründung einer Seniorenvertretung wollen die Ausschussmitglieder unterstützen. Einige Fragen seien aber noch zu klären. Bespielsweise, schlug Klaus Riederer (WGH) vor, könnte das Eintrittsalter abgesenkt werden. In Staßfurt können schon Bürger ab dem 55. Lebensjahr in der Vertretung mitarbeiten. In Hecklingen liege die Schwelle dagegen deutlich höher, sagte er. Je weiter die Eintrittsschwelle gesenkt werde, desto mehr vergrößere sich der Kreis derjenigen, die dort mitarbeiten könnten. Mit einem offenen Aufruf wollen sich die Volksvertreter jetzt an die Bevölkerung wenden. Interessierte Bürger der Stadt und Ortsteile können sich gern in der Stadtverwaltung für eine Mitarbeit melden.

Vor der Gründung einer Seniorenvertretung soll es eine Zusammenkunft mit möglichen Interessenten geben. Hierbei wollen die Stadträte den Bürgern ausführlich erklären, welche Funktion der Seniorenrat in der Stadt haben soll, verständigte sich der Ausschuss.