Eine gute Stunde Heimatgeschichte, Brauchtumspflege und Besinnlichkeit erlebten zahlreiche Besucher der St.-Barbara-Feier in der St.-Petri-Kirche Staßfurt. Dabei ehrte der Bergmannsverein der Salzstadt mit Kirchengemeinde, Jugendblasorchester und Männerchor eindrucksvoll die Schutzheilige der Bergleute.

Staßfurt l "In keinem anderen Berufsstand gibt es einen so spezifischen Gottesdienst", wünschte Pfarrer Weigel eine besinnliche Stunde bei der Barbarafeier, die am Sonnabend nicht nur die Mitglieder des "Bergmannsvereins Staßfurt - Wiege des Weltkalibergbaus" in die St.-Petri-Kirche lockte. Im Falle einer Gefahr könne es nichts Schlimmeres geben, als einen Kameraden neben sich, der vor Schreck ganz starr und hilflos ist, ging er auf den gefährlichen Beruf ein. In so einer Situation liege die Anrufung von Heiligen nahe.

"Erstmals erleben wir die Theatergruppe der Jungen Gemeinde von St. Petri und Johannes mit einem Stück zum Bergbau in unserer Heimat- und Bergbaustadt", kündigte Gerald Meyer, Vorsitzender des hiesigen Bergmannsvereins, an. Die Szene, für die extra einige Kirchenbänke mit einer Bühne überbaut wurden, stellte die Entdeckung der Staßfurter Salzquellen mit Hilfe der Heiligen Barbara, gespielt von Melanie Zok, dar. Das Novum fand Applaus.

Meyer erinnerte auch an den Brauch der Barbarazweige, die - am 4. Dezember geschnitten - Glück bringen sollen, erblühen sie Heiligabend.

Immer wieder spielte das Jugendblasorchester, sang der Männerchor des Staßfurter Handwerks Lieder, die die Kameradschaft und das Licht als zwei der wichtigsten Begleiter der Bergleute zum Inhalt haben. Da erklangen unter anderem "Ich hatt` einen Kameraden" und die "Hymne" ("Lasst uns wie Brüder, fest zusammenstehen"). Und natürlich sangen alle Anwesenden, unter ihnen auch Oberbürgermeister René Zok, letztendlich gemeinsam das Steigerlied.

Die Kollekte ging an die neue Arbeitsgruppe Flüchtlinge.

   

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