In Schneidlingen vollbringen die Kinder der Kita "Sonnenkäferland" in der Adventszeit eine gute Tat. Gemeinsam mit ihren Eltern suchen sie Jahr für Jahr im eigenen Zimmer nach Spielzeug, für das sie zu alt sind. Darüber freuen sich Mädchen und Jungen benachteiligter Familien der Staßfurter Tafel, die kein Geld haben, Präsente zu kaufen.

Schneidlingen l Eine Wand an Geschenken türmt sich im Hort- raum der Kita "Sonnenkäferland". Gegen 10 Uhr in der Früh sind schon viele Kartons gefüllt und bunt verpackt. Im Zimmer liegen Puppen, Autos, Spiele und Bücher sortiert und geordnet. Madlen Jandke ist eine von vielen, die an diesem Morgen mit anpackt. Zusammen mit den Kinder werden die Überraschungen hübsch hergerichtet. "Darauf schreiben wir dann, für welches Alter das Spielzeug geeignet ist und ob es ein Junge oder ein Mädchen erhalten soll", erzählt die Mama von Louis. Ihr kleiner Sohn ist zusammen mit der vierjährigen Leni gerade dabei, neues Geschenkpapier zu besorgen. Die angedachte rosa Rolle mit dem bekannten Mädchen-Motiv der Hello-Kitty- Katze reicht nicht mehr. Kein Problem für die kleinen Helfer. Die Eltern vieler Kita-Kinder haben für ausreeichend Nachschub gesorgt. Auch leere Pappkartons sind auf einem Haufen neben noch mehr Spielzeug nicht zu übersehen.

Ein Papa hüllt die zuvor befüllten Kisten weihnachtlich ein. Oben drauf kommt fast immer ein Kuscheltier. Eike Hellmund hat an diesem Tag von der Arbeit frei. Dass er in der Kita zusammen mit seinen Zwillingen und den anderen Steppkes mithelfen kann, freut den Schneidlinger. "Die Weihnachtspäckchenaktion ist eine tolle Initiative. Immerhin helfen wir Kindern, die nicht die Chance haben, was an Weihnachten zu bekommen. Es ist schön, dass sich die Leute zusammenfinden", lobt er das Projekt.

"Die Weihnachtspäckchenaktion ist eine tolle Initiative. Es ist schön, dass sich die Leute zusammenfinden."

Kita-Leiterin Andrea Dietze sagt, dass die Initiative allein von den Eltern organisiert wurde. "Sie haben den Aufruf gestartet, Spielzeug, Geschenkpapier, Kartons und Schleifenband zu spenden." Die Resonanz sei wieder riesig, freut sich die Chefin der Einrichtung.

Wie viele Pakete in diesem Jahr zusammenkommen, kann Andrea Dietze am Vormittag aber noch nicht einschätzen. Sie ist dennoch sicher, dass es mindestens so viele werden, wie im zurückliegenden Jahr. Das bedeutet, dass mit mindestens 60 Geschenken zu rechnen ist. "So viel Mühe und Arbeit der Eltern ist toll", sagt sie und die Kinder lernen, dass es Gleichaltrigen anderswo nicht so gut geht wie ihnen. Damit stärke das Projekt auch die sozialen Kompetenzen der Kleinen. Am morgigen Freitag sollen die Pakete abgeholt und zur Tafel nach Staßfurt gebracht werden.

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