Westeregeln l Der süße Duft von Schmalzkuchen liegt in der Luft, als die Kinder von Grundschule und Kindertagesstätte auf den Stufen zur Sparkasse ihr Weihnachtsprogramm vortragen. Fast wäre es nichts geworden mit dem süßen Gebäck, sagt Sylvia Trieb. Die Bäckerin aus Wanzleben erlebte einen Schreck, als sie das Gerät in Betrieb nehmen wollte, um das Öl zu erhitzen. Das Gerät war defekt. "Für solche Fälle haben wir immer noch ein zweites Gerät zu Hause", sagt sie. Also nochmal schnell zurück nach Wanzleben, um das Austauschgerät zu holen. Dann klappte es auch wieder mit den Schmalzkuchen.

Rund 15 Kilogramm Teig hat die Bäckerei für den Besuch in Westeregeln vorbereitet. Dabei handele es sich um eine Mischung aus Mürbe- und Hefeteig. Innerhalb von wenigen Minuten werden die kleinen Teigstücken im heißen Öl zu leckeren Schmalzkuchen gebacken. Der Duft aus dem kleinen Häuschen strömt in den Nachmittag hinaus und legt sich auf den Lindenplatz. Hier sind die Kinder jetzt fertig mit ihrem Programm. Zuletzt hatten sie mit den Besuchern ein Weihnachtslied gesungen. Der Besuch des Bärtigen steht als nächster Punkt auf dem Programm. Der Weihnachtsmann sei schon alt und höre schlecht, meint der Moderator zu den Kindern. Deswegen müssten sie ihn laut rufen. "Weihnachtsmann", schallt es anschließend mehrfach aus den kleinen Kehlen. Dabei steigern die Kinder die Lautstärke von Ruf zu Ruf. Dann kommt er endlich.

Umwelt-politisch korrekt rollt der Bärtige auf einem elektrisch betriebenen Schlitten heran. Der Engel hat das Steuer fest in der Hand. Helfer müssen dem kleinen Gefährt eine Gasse weisen und die Kinder zurückdrängen, damit der Weihnachtsmann auf dem Platz aussteigen kann. Die Rute brauche er heute nicht, weil alle Kinder so artig waren, beruhigt er gleich nach seiner Ankunft. Dann geht es zur Verteilung der Geschenke.

In einer Arbeitsgruppe hatten die Bürger mit den Vereinen den Weihnachtsmarkt organisiert, sagt Doris Rumler. In Westeregeln habe der Weihnachtsmarkt eine lange Tradition. Für alle Orte der Gemeinde Börde-Hakel werde das Markttreiben organisiert. Froh ist sie, dass sich die Vereine wieder eingebracht haben. Als Geheimtipp unter den Marktbesuchern gilt der Stand der Angler. Frisch geräucherten Fisch gibt es hier in jedem Jahr. Außerdem haben die Petrijünger auch herzhafte Getränke, bestätigt Doris Rumler, die dem Stand ebenso gern einen Besuch abstattet. Allerdings haben die anderen Stände auch viele interessante Dinge zu bieten, betont sie. In Börde-Hakel ist der Westeregelner Markt in diesem Jahr nicht allein. Die Sportler in Etgersleben hätten sich entschlossen, am 20. Dezember noch einen Weihnachtsmarkt am Gartenhaus zu veranstalten, ist sie schon gespannt.